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Die Rente mit 67 – Deutschland entwickelt sich rückwärts

Es wird unter anderem ein Ergebnis aus Lohndumping, Geldverschwendung und der Raffgier gewisser Politiker sein – die Zukunft der Rentenzahlungen in Deutschland. Der Satz „die Rente ist sicher“  wie ihn einst Ex-Minister Norbert Blüm 1986 unters Volk streute nur um ordentlich Wählerstimmen abzuräumen sind nicht nur Geschichte, sie waren schon damals nicht anderes als Schönfärberei. Auch wenn 1986 der eine oder andere ggf. noch daran geglaubt haben mag – heute zeichnet die Realität ein völlig anderes Bild selbst wenn es schon wieder „Künstler“ gibt welche versuchen „schön zu malen“.

Während viele Rentner nach 40 und mehr Arbeitsjahren heute eine Rente von rund 1000 € erhalten stecken sich unsere Politiker nach ein paar Jahren (Un-)Tätigkeit Pensionen in die Tasche, für die ein normaler Bürger gefühlte 300 Jahre arbeiten müsste. Von dieser Wohlstandsebene herab lässt es sich leicht regieren reden, das Schicksal vieler kommender Rentner wird die besagten Damen und Herren der Politik wohl nie erreichen, denn das mit den erwähnten 1000 € Rente wird so nicht bleiben.

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Keine uneingeschränkte Leistungsfähigkeit

Ohne irgendjemand zu nahe zu treten, doch mal ganz ehrlich – ob mit 67 Jahren oder noch älter wird der Mensch weder gesünder noch leistungsfähiger. Abgesehen davon belegen Rentner dann Arbeitsplätze die von „den Jungen“ übernommen werden könnten. Dass Firmen Rentner zusätzlich einstellen sehe ich als eher nicht zutreffend. Und trotz dieser Tatsache sollen Rentner noch zusätzlich arbeiten gehen? Hat er dafür ein Leben lang in eine Versicherung eingezahlt um jetzt fallen gelassen zu werden?

Sicherlich gibt es Rentner, die auch weit über die Altersgrenze hinweg fit sind und sich entsprechend  angaschieren, doch daraus sollte man keinen Standard konstruieren.  Hier läuft etwas völlig aus dem Ruder was nicht Sinn und Zweck eines Sozialstaates sein kann bzw. sein darf, dennoch läuft es unaufhaltsam in diese Richtung.

Eigene Vorsorge treffen – viel Theorie

Auch die Vorschläge aus der Politik, man solle als Arbeitnehmer eine private Vorsorge für das spätere Rentnerdasein betreiben hört sich zunächst gut an. Was in der Theorie aber logisch klingt ist in der Praxis nicht ganz so einfach umsetzbar. Unter einer guten Vorsorge verstehe ich, wenn später auch nennenswerte Zusatzrenten ausbezahlt werden.  Nur ein „Zubrot“ in Höhe von 100 € ist keine wirklich Hilfe bezieht man das Inflationsverhalten mit ein.

Um eine Zusatzrente von monatlich (garantiert für 15 Jahre) 600 € zu bekommen muss ein heute 25-Jähriger jeden Monat 100 € berappen. Rentenzahlungsbeginn wäre dann im Jahre 2055 um bei einem Rentenalter von 67 Jahren zu bleiben. Doch welchen Wert haben 600 € in 43 Jahren wirklich, schaut man sich die Entwicklung der vergangenen Jahre einmal näher an? Anstelle von 600 € Rente lesen sich 1500 € schon wesentlich besser an, „verschlingen“ dafür aber jeden Monat 250 € Beitrag.

Um eine solche Beitragshöhe stemmen zu können braucht es ein recht gutes Einkommen, denn steigende Mieten und Lebenshaltungskosten im allgemeinen schlucken bereits eine beträchtliche Summe des Einkommens. Eine Arbeitslosigkeit – von der prinzipiell jeder betroffen werden kann – ist hier noch gar nicht berücksichtigt.

Und wer garantiert mir, dass das in eine Versicherung eingezahlte Geld nicht irgendwann „einfach weg“ ist? Wie ich es auch drehe und wende, ein richtiger Schuh wie man so schön sagt wird daraus irgendwie nicht.

Ein Schritt in Richtung Mittelalter

Die Folgen einer derartigen Entwicklung – zumindest so wie ich sie sehe – mögen sich vielleicht  abenteuerlich anhören, das Gegenteil kann nur die Zeit beweisen die es abzuwarten gilt.

Mit einer steigenden Altersarmut werden auch die Zahlen der Kriminalstatistik deutlich nach oben gehen. Die Auge-um-Auge-Mentalität wird zunehmen weil es in gewissen Schichten unserer Gesellschaft schlichtweg ums Überleben geht. Die Schere zwischen Oberschicht und Unterschicht in unserer Bevölkerung geht Stück für Stück weiter auseinander, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft werden auf dem absteigenden Ast sein. Jeder ist sich selbst der nächste und muss sehen wie er durch kommt.

Noch jammern wir vielleicht auf höherem Niveau, das streite ich hier gar nicht ab. Dieses Blatt ist mit dem derzeitigen Verlauf jedoch im Begriff sich zu wenden.

Zustände wie beispielsweise im Ex-Jugoslawien kannte man nur aus TV und Zeitung, dass es irgendwann auch hier in eine ähnliche Richtung gehen kann haben viele von uns weit weg geschoben oder gar komplett für unmöglich gehalten. Und heute?

Sicher wird dieses Szenario nicht heute eintreten und auch übermorgen werden wird davon noch verschont bleiben. Wird an der Sozialschraube jedoch weiter in diese Richtung gedreht kommt der Moment vermutlich schneller näher als wir uns es wenn überhaupt wünschen würden. „Die da oben“ leben wie die Made im Speck und wir das Volk „da unten“ können schauen wie wir durchkommen… sowas hat in vielen Ländern schon zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen geführt. Auch Deutschland ist davon nicht ausgenommen.

Wenn es soweit ist kommt jegliche Einsicht zu spät, ein Gegenlenken sollte besser gestern als erst heute angetreten werden. Sich auf unsere selbst gewählten Volksvertreter zu verlassen scheint mir persönlich kein gangbarer Weg zu sein.

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Warten wir es ab…

Über Thomas Liedl

Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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Ein Kommentar

  1. Letzlich ist es doch egal welchen Volksvertreter man wählt, meiner Meinung nach wird zwar viel geredet, was man alles tun möchte im Endeffekt treffen sie ihre Entscheidungen aber doch danach, was ihnen am meisten bringt. Von daher hilft denke ich das jammern auch nicht viel, wenn es passiert, sidn wir eh nicht in der Lage das aufzuhalten….wenn die „Mächtigen“ etwas anstreben, werden sie es eh durchsetzen und uns anderen, bleibt dann nur noch übrig mit der neuen Situation so gut es geht umzugehen.

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