Griechenland

Frau Merkel hat die Griechenlandhilfe – den sogenannten Rettungsschirm – einst als alternativlos bezeichnet. Das ist so rund vier Jahre her. Heute drehte Griechenland den Spieß um – ebenfalls alternativlos. Die Troika ist aus dem Rennen, Sparmaßnahmen werden schlichtweg gekappt und Russland lauert im Hintergrund auf die Chance in Griechenland „helfend“ einzugreifen. Mal ganz salopp betitelt… tolle Wurst.

Niemand kann zwar zu hundert Prozent in die Zukunft blicken, auch eine Frau Merkel nicht, aber dass diese nach Griechenland entsendeten Gelder weitestgehend abgeschrieben werden können war so manchen klar. Unserer Regierung bzw. Brüssel natürlich nicht. Ein Schelm der hier zynisch anfängt zu denken.

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Griechenland stellt auf Konfrontation um

Mit dem heute gemachten Schritt geht die Regierung in Athen voll auf Konfrontationskurs mit der Europäischen Union. Gleichzeitig liebäugelt man mit den nicht ausgeschlossenen Finanzhilfen aus Moskau die von dort signalisiert wurden. Bleibt nur die Frage wie Russland den Griechen finanziell helfen will? Mit dem höchst instabilen Rubel ganz sicher nicht und ein Abzug der amerikanischen Währung aus der Wirtschaft dürfte wohl eher weniger in Frage kommen. Ein sehr interessanter Spagat der sich hier anzubahnen scheint.

Die ohnehin zur Diskussion stehende Bildung eines christlich-orthodoxen Bündnisses zwischen Russland, Bulgarien, Serbien und Griechenland tut hier sein übriges zur Schaffung böses Blutes. Und wieder ist es eine auf dem Glauben basierende Politik die hier auf Europa zurollt. Putin wird es ganz sicherlich sehr gefallen seinen Fuß in die Tür zwischen Griechenland und Europa zu stellen. Zusammen mit den Spannungen die zwischen „West und Ost“ wegen der Angelegenheit in der Ukraine existieren dürfte dies auf mittelfristige Sicht alles andere als bequem werden.

Das „Unternehmen“ Europa hat mir noch nie besonders gut gefallen auch wenn es viele Verfechter mit noch mehr Meinungen dazu gibt die sagen „das ist schon gut so“. Alles reine Ansichtssache verbunden mit sehr viel Spekulation. Der Schritt den Griechenland heute gemacht hat, die Troika aus dem Saal zu werfen, könnte aus meiner Sicht der Beginn des Brökelns dieser „europäischen Gemeinschaft“ werden, ein stetiges Brökeln wie es die Akropolis seit Jahrhunderten erlebt.

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Ob Europa wie es heute ist Jahrhunderte in dieser Konstellation „überlebt“ wage ich persönlich sehr zu bezweifeln. Aber wie heißt es immer so nett und pauschal… immer schön tolerant bleiben.

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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1 Antwort
  1. Alex sagte:

    Würde man die Diskussion damit anfangen, dass Griechenland gar nicht erst hätte in die Euro-Zone kommen… Aber ansonsten gefällt mir der Gedanke des vereinten Europas, nur ist eben auch viel schiefgelaufen. Aber ich bleibe dabei, die Idee gefällt mir, wie vieles andere auch, aber… es gibt eben auch Schattenseiten. Wie bei allem im Leben.
    Hoffen wir auf das Beste, denn momentan ist die Welt eh leider aus den Fugen geraten! :-/
    Trotz aller Umstände einen angenehmen Start in die Woche.

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