Zum Unterschied der Inhaltsstoffe von Liquid und Tabakzigaretten hatte ich bereits eine Darstellung abgegeben. Was jedoch stetig zum Dauerbrenner beim Thema Dampfen geworden ist sind die teils haarsträubenden Äußerungen von Ärzten, Drogeninstituten, Krebsforschern und Politikern. Mit nicht oder zumindest sehr schlecht erfolgter Recherchen soll aus meiner Sicht nichts anderes wie Panik geschürt und unter das (dampfende) Volk gestreut werden. Teils empfinde ich es als beschämend auf welch schräges Argumentationsniveau sich einige dieser Leute herab begeben nur um die Tabaklobby nachhaltig zu stützen und den Staat mit allen Mitteln vor Einnahmeverlusten hinsichtlich der Tabaksteuer „zu bewahren“.

Dass bei dieser Hexenjagd Dampfer stets als Raucher bezeichnet werden überlese ich schon ganz gepflegt. Man muss nicht immer und immer wieder erklären, dass dort wo nichts brennt auch nichts rauchen kann. Dampfer als Raucher zu sehen ist nichts weiter als „Experten-Einheitsbrei“ der sich bereits in nahezu allen Köpfen der Dampfgegnerschaft eingenistet hat.

Experten wollen die Fakten nicht sehen

Ich bin sicher kein Fachmann, der Hut könnte einem aber hochgehen wenn dampfen seitens eines Drogenexperten aus Hessen als das Methadon des Rauchens bezeichnet und im gleichen Atemzug mit Heroin in einen Topf geworfen wird. So kürzlich geschildert beim Rhein-Main-ExtraTipp. Niemand möchte das Dampfen als gesund darstellen, auch ich mit diesem Artikel nicht. Völlig gesund wäre frische und unbelastete Atemluft, doch wo gibt es die denn noch? Es ist aber doch alleine anhand der Zahl von Bestandteilen einer Tabakzigarette eindrucksvoll bewiesen, dass dampfen deutlich risikofreier ist als rauchen. Diesen unumstößlichen Fakt umgehen die vermeintlichen Fachleute gezielt wie auch bewusst um sich den Tatsachen nicht stellen zu müssen.

Wenn Experten zum Dampfen Stellung beziehen ist sehr oft von Chemikalien die Rede welche in den Liquids enthalten sind. Diese „Chemikalien“, wehrte Damen und Herren der Fachwelt, sind von ihresgleichen und seitens der EU zugelassen worden und finden sich in zig anderen Lebensmitteln wieder die wir mehr oder weniger täglich zu uns nehmen. Demnach müssten sowohl Zahnpasta als auch Bio-Lebensmittel in das Blickfeld von Drogenexperten fallen weil dort ebenfalls E 422 (Glyzerin) eingesetzt wird nur um einige wenige zu benennen.

Das tut es natürlich nicht weil hier die sinkenden Tabaksteuereinnahmen ohne Bedeutung sind. Ein Schlingel der hier Böses denken mag.

Es sind auch die Widersprüche der Experten selbst welche die ganze Diskussion eher lächerlich erscheinen lassen. Die einen wollen Hinweise auf Schädigungen durch das dampfen haben, die anderen wiederum sprechen davon, dass es keine Belege dafür gäbe. Ja was denn nun? Ist es etwa so, dass die zuletzt genannte Garde noch nicht komplett von der Tabakindustrie eingewickelt wurde und sich deshalb noch ein Stück weit neutral verhält? Oder übertreiben des die „Dampferjäger“ deshalb so massiv, weil eben nicht beweisbar ist was alles so berichtet wird in Sachen Gefährlichkeit? Die Uneinigkeit der Fachwelt ist jedenfalls vollkommen geeignet eine vernünftige Diskussionsgrundlage zu bilden.

Bernd Werse vom Centre for Drug Research äußerte sich dem Rhein-Main-ExtraTipp gegenüber

Wir haben wegen der aktuellen Entwicklung zum ersten Mal die E-Zigaretten in unseren Jahresbericht aufgenommen.

schickt aber sofort hinterher, dass er nicht beurteilen wolle ob die E-Zigaretten (da ist er wieder dieser falsche Begriff) gefährlich seien. Ein Mann der sich also mit der Gefährlichkeit von Drogen auskennen müsste will sich dazu nicht äußern. Das ist schon ein wenig merkwürdig wie ich finde.

e-liquid inhaltsbeschreibung

Beispiel einer Liquid Inhaltsbeschreibung

Ebenfalls so ein äußerst beliebtes Argument der Fachwelt gegen das Dampfen ist, „man wisse nicht was in Liquids alles enthalten sei.“ Entschuldigung….. auf einem Fläschchen Liquid steht exakt drauf was drin ist, auf einer Packung Zigaretten tut es das definitiv nicht.

Das Bild gibt es nicht ganz her, nach „Wasser“ kommen noch Aroma und Nikotin. Mehr ist da nicht. Mal ganz abgesehen davon, dass die tausenden Bestandteile von Tabakzigaretten gar keinen Platz auf der dafür erheblich zu kleinen Schachtel finden würden.

Ich packe jetzt mal eine kleine Portion an Zynismus mit aus und stelle einfach fest, dass „ich bisher noch keine Ahnung davon hatte, das die lobbyistengesteuerte Hexenjagd auf Dampfer mit einer chronischen Legasthenie einher geht.“

Krebsforscher haben weiterhin festgestellt, dass in einigen Liquids Kanzerogene in geringen Mengen enthalten seien. Für Kanzerogene gäbe es jedoch keine Grenzwerte wird weiter erwähnt. Merkwürdig nur, dass die Universität Kaiserslautern bereits im Jahr 2000 einen Grenzwert festgelegt hat der eine nachweisbare kanzerogene Wirkung haben kann. Wurde dieser Grenzwert wieder über den Haufen geworfen? Wenn ja warum? Ist es doch nicht so „schlimm“ wie im Jahr 2000 angenommen? Wieder einmal mehr nur ins Blaue hinein geplappert.

Logischerweise nicht erwähnt wird bei diesem Punkt, dass kanzerogene Stoffe auch in etlichen Lebensmitteln des täglichen Gebrauchs vertreten sind. Krebserkrankungen sind schlimm, gar keine Frage. Doch die krebsauslösenden Faktoren sind so vielschichtig und letztlich auch in einem nicht unerheblichen Maße durch unsere gesamte Umwelt bedingt, dass es schlichtweg Unsinn ist hier so ein Faß gegenüber Dampfern aufzumachen und sie als kranke Chemiekalien-Inhalateure da stehen zu lassen.

Wenn da nicht……. ja genau, wenn da nicht die Tabaklobbyisten wären.

Dampfer stehen unter Generalverdacht

Jüngere Nichtraucher fangen wegen der Dampferei an zu rauchen

Mal von dem fehlerhaften Zusammenwurf „Dampf und Rauch“ abgesehen finde ich so eine Mutmaßung doch sehr hanebüchen. Wenn jemand zu rauchen anfängt tut er das, wenn er dampfen will tut er das ebenfalls ungeachtet der Meinung von Dritten. Dampfgeräte nun als Sündenbock in den Vordergrund zu rücken ist nichts weiter als ein erneuter Seitenhieb gegen Dampfer. Das wäre wie wenn ich behaupten würde, „wenn Brauerei X eine völlig neue Biersorte auf den Markt bringt, dann fangen Leute an zu trinken die es bis dahin nicht taten“. Sorry, aber so eine „Beweisführung“ ist einfach nur peinlich, mehr aber auch nicht.

Fazit

Ob Mediziner, sonstige Fachleute oder Politiker – alle sind sie gleichmaßen schlecht informiert und es scheint nicht nur, als wären die Dampfer selbst besser über ihre verwendeten Produkte im Bilde als dies der genannte Personenkreis es sein möchte. Das hängt zu keinem geringer Teil damit zusammen, als dass sich Dampfer tatsächlich damit auseinandersetzen und nicht nur der Tabaklobby nach dem Mund reden.

Speziell Politiker, welche sich einerseits für die Legalisierung von Marihuana in Deutschland stark machen und andererseits die Dampferei verteufeln und mit auf Märchen gestützten Fakten zu Tode reglementieren möchten sollten sich ernsthaft fragen, ob sie damit die Grenze zur vollkommenen Lächerlichkeit nicht bereits erheblich überschritten haben. Wer nicht bereit ist sich mit denen oder deren Vertretern an einen Tisch zu setzen, die es tatsächlich betrifft – nämlich der Interessengemeinschaft E-Dampfen – und wild darauf los entscheidet ist in der politischen Ecke ohnehin verkehrt angesiedelt und sollte sich anderen, weniger Schaden verursachenden Tätigkeitsfeldern widmen.

Dampfer sind nicht alleine deswegen wie Aussätzige zu betrachten, nur weil sie nicht täglich zum Tabakautomaten rennen und „ihre Steuern brav einbezahlen“. Dampfen ist ein Stück Lebensfreude für diejenigen, die sich dafür interessieren und verschrieben haben. Und es lohnt sich dafür gerade zu stehen und zu kämpfen. VAPE ON!