Wer kennt es nicht, den Blödsinn aus dem Briefkasten mit den angeblichen Geldgewinnen von dubiosen Firmen, welche nur über eine Postfachadresse oder teure 0190-Rufnummern verfügen. Explizite in diesem Fall Firma „Gewinnabteilung, Postfach 1317, 27780 Wildeshausen“. Einen Geldgewinn von 1000,- Euro weist diese heutige Benachrichtigung aus. Der Gewinner ist mein Vater den sie, wie die Firma schreibt, telefonisch nicht erreichen konnte.

Was für ein Wunder auch, er ist vor über 1 Jahr verstorben. Damit liegt klar auf der Hand, dass er nicht an einem Gewinnspiel teilgenommen hat, sondern Opfer des praktizierenden Adressenhandels geworden ist, wie auch die weiteren namentlich genannten Personen Müller, Kresche, Mair und Stiglmair, deren wirkliche Existenz ich mal sehr anzweifle. Die obige Adresse wird auch bei der Verbraucherzentrale Hamburg in einer „schwarzen Liste“ geführt.

Dort nennt sich die Firma allerdings Hanseatisches Gewinnspiel Kontor, ein Name der auf dieser Benachrichtigung nicht erscheint. Sehr problematisch ist es aber gegen solche Gaunereien vorzugehen. Es gibt Gerichtsurteile, die dann zwar einen Gewinnanspruch rechtlich absegnen, der jedoch mangels an Liquidität nicht ausbezahlt werden kann. Ein Titel in der Schublade bringt auch niemanden entscheidend weiter. Genauso gut gibt es aber Klagen, die schlichtweg abgeschmettert werden.

Die Gerichte sind sich bei solchen Machenschaften offenbar leider alles andere als einig. Vieles wird in Deutschland gesetzlich geregelt, aber solche offensichtliche Betrügereien scheinen immer noch hochoffiziell möglich zu sein weil der Gesetzgeber hier eine Lücke offen stehen lässt.

Fazit: Ab ins Altpapier

[update] 19.09.2007

Neueste Auflage dieses Gewinnspiel-Schwachsinns mit dem Titel „Aufstand der Alten“ wandert derzeit in die deutschen Briefkästen. In diesem Zusammenhang ist auch von einem Institut für Jahrgangserfasssung die Rede. Aber soch hochtrabend die Begriffe auch gewählt sind, die Masche bleibt immer dieselbe!

[update] 24.03.2008

Der Lahn-Dill-Kreis hat hierzu eine neue Veröffentlichung ins Netz gestellt, die vor Kaffeefahrten dieser Art eindringlich warnt. Vielen Dank an Micha für den Link!

[update] 04.06.2008

Wegen der immer wiederkehrenden Fragen und Verunsicherungen habe ich beim Bundesjustizministerium zu dieser Sachlage eine Anfrage geschickt. Die Antwort hierzu findet man in einem eigenen Beitrag.