In Deutschland gibt es inzwischen über 40 Millionen Smartphonenutzer. Gut 95% dieser Nutzer haben ihre Kommunikationszentrale stets dabei wenn sie sich von A nach B bewegen – dafür hat man schließlich das Smartphone. Und ein sicherlich nicht gerade geringer Teil dieser Nutzer hat Apps installiert, welche es ermöglichen ein Bewegungsprofil aufzuzeichnen und dauerhaft abzuspeichern.

Google Maps ist eine solche App, die standardmäßig auf sehr vielen Smartphones bei der Auslieferung vorinstalliert ist. Aktiviert man jetzt sein Googlekonto auf dem Smartphone, z.B. um GMail zu nutzen, steht der „Verfolgung durch Google“ nichts mehr im Wege. Deaktivierungen mancher Apps führen zu keinem Erfolg, denn sie aktivieren sich selbstständig wieder.

Ich glaube nicht, dass sich besonders viele Menschen einen Kopf darum machen, dass ihr ganz persönliches Bewegungsprofil auf den Servern des Internetgiganten festgehalten werden – wohl auch weil sie es gar nicht wissen (wollen).

Google als treuer Begleiter stets mit dabei

bewegungsmusterIch nutze den Dienst von Google Maps zwar schon relativ lange – eigentlich im Hintergrund und nicht aktiv – wusste aber bislang nicht wie teilweise exakt die Aufzeichnungen meiner Aufenthaltsorte stattfinden. Über den geteilten Link eines Bloggerkollegen wurde ich darauf erst aufmerksam. Selbstverständlich habe ich gleich mal die Aufzeichnungen kontrolliert und war ehrlich überrascht.

Selbst hätte ich nicht gewusst welche Wege ich beispielsweise am 28.06. zurückgelegt habe, Google Maps konnte mir auf Anhieb auf die Sprünge helfen.

bewegungsmuster_2Auf die Sekunde und den Punkt genau konnte ich sehen wo ich mich befunden habe. Ob man das braucht ist von Anwender zu Anwender unterschiedlich, mir selbst nütze diese Daten eigentlich gar nichts.

Entrüstung und Entsetzen fehl am Platz

Einbruch in die Privatsphäre, Überwachung und Verstoß gegen den Datenschutz. Dies und bestimmt noch mehr hört man in diesem Zusammenhang. Klar ist es „nicht schön“ stasimäßig verfolgt zu werden. Doch mal ehrlich…

Erstens kann man den gespeicherten Verlauf bei Google Maps komplett löschen und zweitens ist es möglich diese Art der Datenerfassung im Smartphone zu unterbinden. In den Einstellungen von Google Maps (Google Standort-Einstellungen – Standortverlauf) einfach auf deaktivieren klicken und schon ist es vorbei mit der digitalen Verfolgung.

Warum Entrüstung und Entsetzen hier völlig fehl am Platze ist begründe ich auch damit, dass diese Erfassung auch von anderen Diensten die mittels App installiert sind durchgeführt wird – nicht zuletzt auch vom Mobilfunkanbieter selbst. Doch auf diese Art der Datenerfassung haben wir keinen Zugriff, wir können sie nicht deaktivieren oder gar löschen. Wozu also die ganze Aufregung?

Wirklich verhindern ließe sich das alles nur, wenn man sein Smartphone verkauft, künftig auf das Schreiben von Ansichtskarten setzt und schlichtweg nicht mehr permanent erreichbar sein möchte. Wie heißt es so schön… man kann eben nicht alles haben. Und außerdem ist der gläserne Mensch doch nicht wirklich was Neues…. oder?

Also keine Panik!

Titelbild Quelle: publicdomainpictures.net