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Hibiscus – Banking Software unter Linux

Wechselt man von Windows zu Linux sieht man sich unter Umständen zunächst dem Problem gegenüber für die eine oder andere Anwendung keine passende Alternative zur Verfügung zu haben. Die Bankingsoftware ist für manche Umsteiger eine dieser Hürden weil die Hersteller vieler bekannter Onlinebankingsoftware Linux generell (oder bewusst) außen vor lassen. Viele Nutzer wären ja auch bereit für ein Upgrade von Windows zu Linux etwas zu bezahlen, doch daran scheinen die Konzerne nicht interessiert zu sein und machen sich lieber abhängig von nur dem einen Betriebssystem aus Redmond.

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Hibiscus – „der grüne Daumen“ für Onlinebanking unter Linux

Neben einigen anderen Möglichkeiten wie GnuCash oder HomeBank bietet Hibiscus für den Privatanwender alles was man für ein gutes Homebankingprogramm benötigt. Hibiscus ist – wie die allermeisten Programme für Linux – zudem ein OpenSource Programm welches kostenlos beim Hersteller zu beziehen ist. In den Programmbibliotheken von Linux Mint (Ubuntu) ist Hibiscus leider nicht enthalten, es kann aber sehr schnell auch von Ein-/oder Umsteigern installiert werden.

hibiscus-homebankingInstallation

Die Software ist aufgrund ihres javabasierten Frameaufbaus sowohl für Windows, OSX als auch Liunxsysteme geeignet und besteht aus zwei Programmteilen. Zunächst lädt man sich Jameica in einen freiwählbaren Ordner runter und entpackt es dorthin. Mit einem Doppelklick auf die Datei jameica.sh wird die Software letztlich gestartet und verlangt bei der Erstinstallation ein Masterpasswort.

Sobald Jameica vorhanden ist lädt man Hibiscus herunter und installiert die zip-Datei direkt aus Jameica heraus. Eine Installation ohne vorherigen Download ist direkt aus Jameica heraus alternativ möglich. Die Bankingsoftware ist nun einsatzbereit und muss nur noch individuell vom Nutzer eingerichtet werden.

Funktionen von Hibiscus

Neben der Terminverwaltung und den Überweisungen bewältigt Hibiscus im SEPA-Zahlungsverkehr Sammelüberweisungen, Lastschriften und Sammellastschriften, Kontenrundruf sowie die Verwaltung und Bearbeitung von Daueraufträgen.

Die abgerufenen Umsätze können Kategorien zugeordnet ausgewertet werden, das Programm ermöglicht auf diesem Wege auch eine Art Haushaltsbuch. Die grafischen Auswertungen wie man sie von anderen Bankingprodukten her kennt gibt es selbstverständlich auch. Die Sparquote beispielsweise zeigt wie sich das Einsparverhältnis in einem vorher gewählten Zeitraum entwickelt hat.

Hibiscus auch für Selbstständige

Für Selbstständige und von einer Bilanzierung nicht betroffenen Nutzern nach SKR03/04 ist mit dem Plugin SynTAX ein Upgrade möglich das es ebenfalls kostenfrei zu beziehen gibt.

HBCI wird für alle gängigen Verfahren unterstützt, PIN/TAN (auch mobile TAN), Chipkartenlesegerät und Schlüsseldiskette. Ein deutsches und verständlich aufgebautes Online-Handbuch – das ist nicht bei jedem 250-Seiten-Welser so – gibt es hier zur Einsicht.

Fazit

Hibiscus bietet alles was der „Homebanker“ braucht um seine Finanzen im Auge zu behalten. Das Programm ist schlank und trotzdem umfangreich in seinen Funktionen ausgestattet. Kleinunternehmer können die Software ebenso nutzen und müssen nicht au kostenpflichtige und nicht immer „einfach“ aufgebaute Finanzsoftware zurückgreifen. Ich empfehle Hibiscus daher uneingeschränkt weiter.

Was man bei der Nutzung aber bedenken sollte: Hinter jeder OpenSource-Software stecken Entwickler die neben der eingesetzten Freizeit laufende Kosten haben. Eine kleine Spende wenn man deren Software einsetzt ist also immer angebracht und dennoch bei weitem günstiger als die jährlichen Updates der kommerziellen Hersteller von Finanzsoftware.

Über Thomas Liedl

Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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