„Fernsehwerbung für Kinder im Vorschulalter ist nicht akzeptabel„, so der Vorsitzende der DGKJ-Ernährungskommission, Berthold Koletzko. Sicherlich hat er nicht ganz unrecht damit, wenn er in dem Zusammenhang auf übergewichtige Kinder anspielt, deren Zahl in Deutschland bei 15% liegen soll.

Doch sind es wirklich nur die Werbespots im Fernsehen, welche auf die Kinder einwirken? Es mag nicht ganz einfach sein, einem Kind etwas auszureden, was es im TV angepriesen bekommen hat. Doch solange die Süßigkeiten über den Bildschirm flackern ist das grundsätzlich noch möglich – Gequängel mit eingeschlossen.

Was aber ist in den Supermärkten? Ich kenne so gut wie keine Supermarktkasse, an der nicht jede Menge Süßigkeiten platziert sind. Und nicht nur zur Sommerszeit „lauern“ dort auch die entsprechenden Tiefkühlboxen mit zig verschiedenen Eissorten. Psychologisch natürlich alles beides sehr geschickt. An der Kasse muss anstehen und warten. Es bleibt also genügend Zeit, gerade für Kinder, sich umzuschauen und etwas Süßes auszusuchen. Jetzt wird es schon erheblich schwieriger mit dem ausreden, denn jetzt ist es Realität und kein TV-Spot mehr – jetzt genügt ein Griff!

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Auch wenn sich Kinder- und Jugendärzte ein einfaches Leitsystem für Ernährung wünschen, werden sich die Verkaufsstrategien der Supermarktketten davon nicht so schnell beeindrucken lassen. Letztlich ist es ja ein rentables Geschäft, mit dem Last-Minute-Süßigkeitskäufen in der Warteschlange! (Quelle: SZ)

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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6 Kommentare
  1. Dara Weishaupt sagte:

    Ist das eigentlich noch niemand aufgefallen? Wenn sich mit etwas Geld verdienen lässt und Arbeitsplätze schafft juckt es niemand ob dabei ein paar auf der Strecke bleiben! Ich denke da einfach mal kurz an die Strahlenbelastung von Handys.

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  2. Thomas sagte:

    Es bedarf sicherlich keines besonders hohen IQ, dass man dies merkt. Verwerflich an diesem Verhalten finde ich allerdings das Dampfgeplaudere von Politikern bzw. anderen Funktionären. Einmal zart und sachte auf den Tisch klopfen und das war es dann – man hat ja somit gewarnt. :roll:

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  3. Jacques sagte:

    Da wird sich nie was dran ändern. Wann bekommen Supermärkte schon ein schlechtes Gewissen und verstecken ihre Süßigkeiten in einer Ecke? Solang es Geld einbringt wird nix geändert. Es sei denn, es kommt etwas, was noch lukrativer ist. Eine einfacher zu manipulierende Gruppe als Kinder gibt es nicht. Und durchsetzten tun sie ihren Willen auch fast immer.

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  4. Thomas sagte:

    @Dara:
    Das mit den mündigen Bürgern ist mit Ja und nein zu beantworten. Mit Ja, weil jeder selbst entscheiden muss, was er tut. Mit Nein, weil durch gezielte Steuerung „von oben“ nicht jeder Weg beschreit bar ist. Eben alles eine Frage der Sichtweise :wink:

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Trackbacks & Pingbacks

  1. Wutausbruch an der Supermarktkasse sagt:

    […] genau an den Kassen plazieren, da sie mit erhöhtem Konsum rechnen. Auch die TV Werbung trägt ihren Teil dazu bei, denn die Kinder wissen natürlich ganz genau, wie die […]

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