„Fernsehwerbung für Kinder im Vorschulalter ist nicht akzeptabel„, so der Vorsitzende der DGKJ-Ernährungskommission, Berthold Koletzko. Sicherlich hat er nicht ganz unrecht damit, wenn er in dem Zusammenhang auf übergewichtige Kinder anspielt, deren Zahl in Deutschland bei 15% liegen soll.

Doch sind es wirklich nur die Werbespots im Fernsehen, welche auf die Kinder einwirken? Es mag nicht ganz einfach sein, einem Kind etwas auszureden, was es im TV angepriesen bekommen hat. Doch solange die Süßigkeiten über den Bildschirm flackern ist das grundsätzlich noch möglich – Gequängel mit eingeschlossen.

Was aber ist in den Supermärkten? Ich kenne so gut wie keine Supermarktkasse, an der nicht jede Menge Süßigkeiten platziert sind. Und nicht nur zur Sommerszeit „lauern“ dort auch die entsprechenden Tiefkühlboxen mit zig verschiedenen Eissorten. Psychologisch natürlich alles beides sehr geschickt. An der Kasse muss anstehen und warten. Es bleibt also genügend Zeit, gerade für Kinder, sich umzuschauen und etwas Süßes auszusuchen. Jetzt wird es schon erheblich schwieriger mit dem ausreden, denn jetzt ist es Realität und kein TV-Spot mehr – jetzt genügt ein Griff!

Auch wenn sich Kinder- und Jugendärzte ein einfaches Leitsystem für Ernährung wünschen, werden sich die Verkaufsstrategien der Supermarktketten davon nicht so schnell beeindrucken lassen. Letztlich ist es ja ein rentables Geschäft, mit dem Last-Minute-Süßigkeitskäufen in der Warteschlange! (Quelle: SZ)