Der Wohnungsbrand – eines der schlimmsten Ereignisse das einen Eigentümer (Mieter) treffen kann. Nicht nur dass mit unter ein hoher Sachschaden, bis hin zur Existenzvernichtung entstehen kann, es gibt auch eine hohe Gefahr von einem Brand im Schlaf überrascht zu werden. Letzteres führt nicht selten zu einem tödlichen Ausgang des ganzen Geschehens. Dabei gilt aber die Rauchentwicklung als noch größere Gefahrenquelle als das Brandgeschehen selbst. Deswegen ist es sinnvoll Rauchmelder im Haus bzw. der Wohnung zu installieren.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gilt die Rauchmelderpflicht bei Bestandsbauten durch etwaige Übergangsfristen noch nicht landesweit.

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Statistik spricht nicht uneingeschränkt für einen Rauchmelder

Die Hamburger Morgenpost berichtet in einem aktuellen Artikel, dass trotz der Einbaupflicht von Rauchmeldern die Anzahl der Brandtoten ansteigt. Die Rauchmelder lösen zwar ordnungsgemäß aus und dennoch kommt es zu Todesfällen. Im Rahmen eines Symposiums soll nun erörtert werden warum dies so zutrifft.

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Rauchmelder

Aus eigener kann ich sagen, dass sich ein Rauchmelder ganz schnell zu einem sehr nervigen Gerät entwickeln kann. Nämlich genau dann, wenn es sehr häufig zu Fehlalarmen kommt, ausgelöst durch alles andere als Rauch. Lösen Rauchmelder – gerade auch in größeren Mietshäusern – häufig aus, so wird das Alarmsignal von vielen Mitbewohnern „nicht mehr für ernst genommen“.

Im Sommer, wenn vielfach die Fenster der Wohnungen geöffnet sind, konnte ich dieses vermeintliche Warnsignal sehr oft feststellen ohne dass es sich hierbei um einen Brand handelte. In regelmäßigen Abständen gab es kreuz und quer durch die Wohnsiedlung Alarme durch Rauchmelder.

Auch an der Reaktion anderer Passanten konnte man feststellen, dass es sofern überhaupt nur eine ganz kurze Reaktion gab.

Fehlalarm bei Rauchmelder werden durch die Konstruktion begünstigt

Rauchmelder gibt es in vielen Preisklassen, angefangen bei unter 10 Euro bis hin zu 180 Euro. Ich verurteile nun nicht günstige Geräte im direkten Vergleich zu teuren Exemplaren. Trotzdem finde ich, dass sich die Preisunterschiede mit unter auch auf die Güte eines Gerätes auswirken. Gerade Wohnungsbaugenossenschaften sparen hier mitunter angesichts der Anzahl an Wohnungen beim Einkauf der Rauchmelder. Aber auch der private Bauherr trifft hier unter Umständen eine Sparentscheidung in die falsche Richtung. Eine Rechnung, die nicht unbedingt zu Gunsten der Mieter bzw. des Bewohners ausgelegt ist.

Bauarten und Auslösegründe bei Rauchmeldern

Bei sogenannten fotooptischen Rauchmeldern – und das sind die am häufigsten eingesetzten Varianten – braucht es zur Alarmauslösung nur eine Unterbrechung des Infrarotstrahles der sich innerhalb der Rauchkammer befindet, ähnlich einer Lichtschranke. Wird der Strahl durchbrochen wird Alarm ausgelöst. So reicht beispielsweise auch ein wenig Wasserdampf aus der Küche oder dem Badezimmer der in den Flur zieht und schon gibt es dort Alarm.

Aber auch „kleine Krabbler“ können zum Fehlalarm führen. Nimmt eine kleine Fliege oder Hausspinne das Gehäuse des Rauchmelders als Unterschlupf weil es kein Schutzgitter gibt, unterbricht das Tierchen den bereits genannten Infrarotstrahl und wiederum haben wir einen Fehlalarm. Selbst eindringender Hausstaub der konstruktionsbedingt eindringen kann dient als ein Auslösegrund.

Ein thermooptischer Rauchmelder erweist sich nicht unbedingt als zielführend was den Einsatzort in Wohnräumen betrifft. Die optische Einheit des Rauchmelders führt zu den eben angeführten Problemen, der temperaturabhängige Teil reagiert ggf. zu träge um rechtzeitig vor einem Brand bzw. einer Rauchentwicklung zu warnen. Und Rauch, ich hatte es eingangs erwähnt ist die Todesursache Nummer 1 bei Wohnungs- bzw. Hausbränden.

Als sehr zuverlässig arbeitend im Hinblick auf „echte Rauchentwicklung“ sind Rauchmelder auf Ionisationsbasis, auch als I-Melder bezeichnet. Diese Melder konzentrieren sich einzig und allein auf Rauch. Die Verbreitung dieser Rauchmelder ist allerdings nicht besonders hoch. Dies liegt darin begründet, dass I-Melder unter anderem einer fachgerechten Entsorgung bedürfen da sie radioaktive Stoffe wie Radium, Krypton oder auch Americium enthalten, sie unterliegen der Gefahrgutverordnung. Auch verständlich wenn sich niemand freiwillig und wissentlich radioaktive Gerätschaften in die Wohnung stellt.

Fazit

Vor diesem Hintergrund, dass fotooptische Rauchmelder weit verbreitet sind, diese jedoch bedingt durch ihre Bauart zu Fehlalarmen neigen was wiederum zu einer gewissen Ignoranz führt wenn man solche Melder häufig unnötig piepen hört ist es nicht verwunderlich, wenn die Zahl an Brandtoten trotz Rauchmelder nicht gravierend gesunken sind. Einsparungen bei der Anschaffung sind nicht immer sinnvoll. Wie so oft ist es auch hier zutreffend, „wer billig kauft, kauft zweimal“ oder bezahlt im schlimmsten Fall mit seinem Leben.

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Die Rauchmelderpflicht ist ohne Zweifel eine gute Einrichtung. Doch Rauchmelder ist nicht gleich Rauchmelder. Verrichtet so ein Gerät seinen Dienst nicht wirklich zuverlässig führt dies genau entgegen der gewollten Richtung, Verletzte und Tote durch Brände und/oder Rauchgas zu vermeiden.

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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