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Berufsgenossenschaft: Das Spiel mit Zeit und Nerven

Berufsgenossenschaften haben das typische Verhalten einer Versicherung. Tritt der Leistungsfall ein entstehen mit einem vorprogrammierten Automatismus die Diskussionen rund um die für Versicherte oft existenzielle Frage: „Ist die Berufsgenossenschaft zu Leistungen verpflichtet oder nicht“. In Betracht kommen hierbei sowohl Leistungen zur Teilhabe am Berufsleben als auch die Gewährung einer Verletztenrente wenn diese nicht möglich sind.

Auf diesem Weg dieser Überprüfungen wird der Versicherte von einem sogenannten Berufshelfer begleitet. Mit dieser Unterstützung konnte ich bereits meine eigenen und ganz besonderen Erfahrungen sammeln, was diese Form der Unterstützung mehr in Frage stellt als dass ich sie als besonders hilfreich ansehen könnte.

Natürlich müssen Berufsgenossenschaften unter Rücksichtnahme auf alle anderen Versicherten prüfen ob und in wie weit Leistungen zu erbringen sind. Dafür gibt es auch mein vollstes Verständnis. Und trotzdem beschleicht mich immer öfter das miese Gefühl, dass Berufsgenossenschaften sich mit ihren Entscheidungen sehr bewusst viel Zeit lassen.

Dies erstreckt sich nicht nur auf Entscheidungen sondern auch ganz besonders auf den nahezu gesamten Schriftverkehr. Um dies einmal zu verdeutlichen hier ein paar Beispiele aus der Praxis. Ich bin mir sicher, dass sich einige Betroffene darin wieder erkennen werden.

Hinhaltetaktik der Berufsgenossenschaft

Beispiel 1 – Gutachterauswahl

Nicht selten müssen vor einer Entscheidung fachärztliche Gutachten eingeholt werden. Zunächst erhält der Versicherte eine Auswahl von Gutachtern, seine Wahl teilte er dann der Berufsgenossenschaft mit. Diese wiederum beauftragt der ausgewählten Gutachter der seinerseits wieder den Termin an den Versicherten mitteilt oder der BG mitteilt, dass das Gutachten aus terminlicher Sicht nicht möglich ist.

Gutachter sitzen natürlich nicht unbegrenzt zur Verfügung und deren Terminplan ist meist gut gefüllt. Wartezeiten sind also vorprogrammiert und obwohl dies recht nervtötend sein kann bleibt dieser Umstand bis hierher noch nachvollziehbar.

Der Versicherte setzt verständlicherweise voraus, dass dieser Verwaltungsvorgang in seinem Interesse relativ zügig bearbeitet wird. Doch er irrt. Wartezeiten zwischen 3 und 4 Wochen ehe die BG den Gutachter überhaupt beauftragt – also der Prozess grundsätzlich in Gange kommt – sind aus eigenen Erfahrungen keine Seltenheit. Lehnt der Gutachter den Auftrag ab und teilt dies der BG mit entstehen ggf. die gleichen Wartezeiten noch einmal bis der Versicherte davon erfährt und einen anderen Gutachter auswählen muss.

Im selbst erfahrenen Fall vergingen etwas knapp 11 Wochen bis zur Mitteilung seitens der BG und es musste ein neuer Gutachter ausgewählt werden. Durch diese völlig unnötigen Verzögerungen geht wichtige Zeit verloren, u.U. auch im Hinblick auf Zahlungen des Verletztengeldes das die BG nicht selten – auch wider einschlägigen Rechtssprechungen – nach 78 Wochen einstellen kann ohne dass irgendwelche Fortschritte erzielt werden konnten.

Mein Tipp: Rufen Sie spätestens 3 Wochen nach der Mitteilung an die BG welcher Gutachter beauftragt werden soll diesen in seiner Praxis an. Fragen Sie nach, ob seitens der zuständigen BG überhaupt schon ein Auftrag erteilt bzw. die nötigen Unterlagen zugeschickt wurden. Im Falle einer Absage durch den Gutachter fragen Sie nach, wann diese der BG mitgeteilt wurde. Notieren Sie unbedingt Datum, Uhrzeit und Namen wann Sie mit der Praxis telefoniert haben und wenden Sie sich umgehend unter Nennung der neuen Erkenntnisse an die BG oder Ihren Rechtsanwalt. Machen Sie sich Notizen über solche Vorgänge um diese später noch nachvollziehen zu können. Eine Untätigkeitsklage kommt u.U. bei diesem Verhalten auch in Betracht.

berufsunfaehig

Beispiel 2 – Teilhabe am Berufsleben

Unfallopfern stehen unter bestimmten Voraussetzungen Umschulungen zu, wenn der bisherige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Derartige Gespäche sind auch mit einer gewissen Vorsicht zu genießen um eventuelle Nachteile zu vermeiden. Treiben Sie den Vorgang für diese Gespräche vehement voran, auch hier wird sehr gerne mit der Zeit „gespielt“. Es entsteht für den Versicherten der Eindruck, dass die BG immer diese 78-Wochenregelung im Auge hat um Gelder einzusparen.

Vorschläge zu einer Umschulung müssen auch Sinn machen und sollen nicht nur ausschließlich dafür dienen, den Versicherten möglichst schnell „loszuwerden“. Das Tätigkeitsfeld muss den vorherrschenden Einschränkungen durch den Arbeitsunfall angepasst sein.

Nur mal bildlich gesprochen – es macht keinen Sinn einem Kfz-Mechaniker eine Umschulung zum Reifenwechsler anzubieten. Erstens war dies Gegenstand seiner Ausbildung zum zweitens sucht keine Firma nur einen Mitarbeiter für diese eine Tätigkeit.

Einmal eine Umschulung angetreten und durchgezogen ist die Berufsgenossenschaft „fein raus“, hat ihre Schuldigkeit getan und kann die Leistungen (abgesehen von einer zu bewilligenden Unfallrente) einstellen. Das ist nicht im Sinne des Versicherten.

Mein Tipp: Nehmen Sie zu solchen Gesprächen einen Vertrauten mit, gehen Sie nicht alleine hin. Sie haben das gesetzliche Recht auf einen Beistand! Sie sitzen meist einem mehrköpfigen Gremium gegenüber das über Sie „bestimmen“ möchte. Lassen Sie sich zu nichts überreden. Ein Umschulung macht nur dann Sinn, wenn es für die dort erworbenen Kenntnisse auch tatsächliche Arbeitsplätze gibt. Die Umschulung alleine stellt keine spätere Existenzgrundlage dar wenn diese nicht genutzt werden kann oder wenn Ihre dennoch vorhandenen gesundheitlichen Einschränkungen einer eventuellen Einstellung entgegenstehen werden.

Fazit

Es gibt ganz bestimmt auch Berufsgenossenschaften bzw. Sachbearbeiter, die engagiert zu Werke gehen und ihr Bestes für den Versicherten geben. Leider konnte ich dahingehend noch keine Bekanntschaften machen. Die Dunkelziffer jener Fälle in denen es „extrem klemmt“ ist sehr wahrscheinlich höher als man denkt. Die Öffentlichkeit erfährt davon nur in den seltensten Fällen, Betroffene erst dann wenn sie bereits mitten drin stecken.

Ein Arbeitsunfall verändert nicht nur ihr Berufsleben, er kann ihre Existenz komplett zerstören. Sind Sie auf der Hut, dass die Berufsgenossenschaft tatsächlich alles versucht das Beste daraus zu machen. Lassen Sie sich weder „auf später vertrösten“ noch als Karteileiche einsortieren.

Um es mal umgangssprachlich auszudrücken – wenn es wieder mal länger dauert nerven Sie Ihren Sachbearbeiter mit stetigen Nachfragen. Sie sind zwar nicht der einzige Fall, aber die BG hat nichts anderes zu tun als solche Fälle zu bearbeiten. Und das so zügig wie möglich. Die BG ist für Sie da und nicht umgekehrt wie man das manchmal vermuten könnte. Denken Sie immer daran, der Sachbearbeiter ist gesund, hat seine Existenz und somit leicht reden.

Ihre Existenz hängt ggf. an einem seidenen Faden den Sie sich auf keinen Fall von Paragrafenreitern durchtrennen lassen sollten.

Über Thomas Liedl

Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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19 Kommentare

  1. Das Problem ist, das allgemein ja schon bei Fachärzten Wartezeiten von minimum drei bis zu 6 Monaten üblich sind. Und diese Fachärzte sind ja nicht selten auch als Gutachter tätig.

    Also ist das, was Du bemängelst, nicht wirklich verwunderlich! Und ich denke, das sich das Problem noch verschärfen wird!

    • Da bringst Du ein bisschen durcheinander. Es geht nicht um Wartezeiten beim Facharzt. Folgendes, datumtechnisch vereinfachtes Beispiel einer zeitlichen Abfolge der Bearbeitung durch die Berufsgenossenschaft.

      • 1. März – Mitteilung an BG des Gutachters
      • 28. März – BG schreibt Gutachter an und schickt Unterlagen
      • 1. April – Gutachter lehnt den Auftrag schriftlich ab, schickt Unterlagen zurück an BG
      • 5. Mai – BG teilt mit, dass Gutachter abgelehnt hat

      Damit lag der Vorgang – Auswahl eines Gutachters – insgesamt mehr als 8 Wochen bei der BG. 2 Monate die sinnlos verstrichen sind. Und das hat nichts mit der Terminvergabe bei den Fachärzten zu tun, das ist eine klare Untätigkeit seitens der BG. Und die Mitteilung vom 5. Mai, dass der Gutachter nicht gewählt werden kann erfolgte nur auf Nachfrage bei der BG. Wer weiß wie lange es ohne Nachfrage noch gedauert hätte.

      Das geht in meinen Augen gar nicht. Vielleicht verstehst Du nun besser worum es ging.

      • Das ist in der Tat arg heftig, 5 Wochen keine Reaktion zu zeigen.

        Ich dachte, es ginge darum, das die Fachärzte für die Begutachtung zeitnah keinen Termin frei hätten.

        War wohl etwas zu kaputt, um das zu schnallen ;)

        • Kein Problem, wir konnten es ja klären. Aber „freiwillig“ nicht zu reagieren und bei einer Nachfrage auch noch angesäuert zu sein ist ein inakzeptables Verhalten. Denn diese Zeit muss mann auf die Wartezeit beim Facharzt/Gutachter noch mit dazurechnen. Und wohin das dann zeitlich führt – das kann nicht im Sinne aller Beteiligten sein.

    • In meinem Fall Verschleppt die BG Begutachtungen seit 5 1/2 Jahren. Gutachteraufträge werden
      nicht verschickt, immer wieder werden Aktenbestandteile eingezogen, plötzlich haben Gutachter dann keine Kapazität mehr. Wichtige Aktenbestandteile sind verschwunden und werden neu angefordert. Ohne Rechtsanwalt hat die BG auf meinen Widerspruch gar nicht reagiert.
      Plötzlich wird der Sachbearbeiter gewechselt und hat keine Ahnung mehr. Die Akte besteht nach
      5 1/2 Jahren Verzögerungstaktik zu 15 % aus Arztberichten und Patientenakte und zu 85 % aus Schriftverkehr der BG. Wenn eine Sache z.b. nach 2 Jahren Kampf durch Labor ausgeschlossen wird,
      die eine Rentenablehnung begründen könnte wird diese nach 4 Jahren erneut ausgegraben etc. etc.
      Wenn ein Gutachten erstellt wurde, wird ein neues gefordert.

  2. Hallo, ich habe gerade den o.g. Bericht gelesen. Ich hatte 2013 einen Unfall, im Juni 2014 wurde dann vom gericht ein Gutachter bestellt. Jetzt haben wir es Dezember 2014 und ich warte immer noch auf den Gutachter Termin. Ich habe bereits mehrfach dort angerufen und man vertröstet mich immer wieder.
    Mein Anwalt meint, wenn er Druck macht, dann ist der Ausgang schon vorgeschrieben.
    Nur meine Nerven liegen im Müll.
    Was kann ich jetzt machen?
    LG

    • Hallo Heike, leider ist dieses Zeitspiel der Berufsgenossenschaften ganz „normal“. Es hat schlichtweg eines zum Ziel –> Zermürbung. Und im Rahmen dieser Zermürbung gibt der Versicherte irgendwann einfach auf. Das wäre allerdings der schlimmste Fehler den man machen kann. Auch wenn es viele Nerven kostet, man darf sich nicht „unterwerfen“, denn das hilft einzig alleine nur der BG – und zwar beim Geld sparen! Und das Spiel mit der Zeit hat noch ein weiteres unsägliches Ziel, die 78-Wochenregelung. Also Vorsicht!

      Selbst anzurufen nützt erfahrungsgemäß sowieso nichts. Abgesehen davon dass nur Schriftliches später nachvollziehbar ist. Ohne Deinem Anwalt zu nahe treten zu wollen, aber da liegt er ein wenig falsch. Nach 6 Monaten der sogenannten Untätigkeit kann eine Untätigkeitsklage eingereicht werden. Manchmal geht es ohne ein solches Vorgehen einfach nicht weiter. Das sind alles eigene Erfahrungen.

      Der Ausgang eines Gutachtens ist nochmal was ganz anderes. Hier muss man fast denken, dass BG-Gutachter wenn es irgendwie geht immer für die BG und somit gegen den Versicherten urteilen. Das liegt zum Teil daran wie genau solche Gutachten sind.

      Mein Tipp wäre… der Anwalt muss der BG auf die Füße treten und stets die 78-Wochen-Regelung im Auge haben falls Du Verletztengeldbezieherin bist! Alles Gute.

  3. Stefan Thümmel

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    mein Schwiegervater hatte 2008 einen Abeitsunfall. Das gesamte Prozedere seit dem kommt uns langsam komisch vor. Ist es Ihnen möglich wenn wir Ihnen einen kurzen Abriss via E-mail schicken uns einen hilfreichen Rat zu erteilen ?
    Danke Grüße aus Sachsen

    • Hallo, eine Rechtsberatung kann und darf hier nicht stattfinden. In jedem Fall ist das Hinzuziehen eines Rechtsanwaltes zu empfehlen. Ohne einen solchen ist es nur sehr schwer „halbwegs“ sein Recht zu bekommen.

  4. Guten abend, hatte ende august 2015 atbeitsunfall. BG erkannte ihn an und empfahl eine therapie. Genehmigte erst einmal 5 sitzungen. Nach diesen stellte therapeut antrag auf 25 anschlussitzungen. Bericht von meiner therapeutin ging an eine von der BG beauftragten psychotherapeutin, diese meinte, meine habe bausteine benutzt und und. Daraufhin kam von BG, dass sie verletztengeld zum 25.01.2016 einstellen und ich keinen anspruch auf rente habe. Seitdem laeuft ein widerspruch durch den VdK und ich erhalte krankengeld. MdK kam auch zu dem schluss, dass ich nicht arbeitsfaehig bin. VdK draengt jetzt auf bearbeitung bei der BG.
    Ich arbeite in der psychiatrie und bin seit dem uebergriff nicht mehr in der lage, eng mit psychisch kranken zu arbeiten. Posttraumatische belastungsstoerung. Mein arbeitsverhaeltnis ist nicht gekuendigt. Ich bin 60 jahre.
    Wenn die BG nicht keine rente bewilligt, hiesse dies, dass ich ab feb 2017 ausgesteuert wuerde.
    MfG

    • Es ist leider ein typischer Fall – die BG sieht alles komplett anders und will nicht zahlen. Beim VdK sind Sie aber gut aufgehoben. Nur eines dürfen Sie niemals tun – aufgeben. Denn damit wird meines Erachtens bei den Berufsgenossenschaften spekuliert. Und mit einer Rücknahme der Klage hätte die BG „gewonnen“. Nichts anderes will man dort – so jedenfalls meine Erfahrung. Ich drücke die Daumen und wünsche alles Gute.

  5. Hallo,
    ich hatte im August 13 einen Arbeitsunfall. Erst zum Hausarzt, weil er am nächsten zu erreichen war. Zwei Tage später Termin beim durchgangsarzt. Röntgen ohne Befund. MRT ohne Befund. Arzt hat alles bei der BG eingereicht. Wir haben nie etwas gehört. Monatelange Physiotherapie. Erst mein Durchgangsarzt erfuhr dann im Januar das die BG ablehnt.
    April 14 weiters MRT ohne Befund. Durchgangsarzt hat dann entschieden Schulter zu operieren. Supluxation, sehnenriss,
    Rotatorenmanschette defekt.
    Also alles nochmals bei der BG eingereicht. Seither schleppend. Antrag auf Teilhabe gestellt. Da musste ich eine ambulante Reha machen. In dieser musste ich weit über meine Schmerzen gehen. Fazit abruch nach zwei Wochen wegen heftiger Entzündungen in der Schulter.
    Immer wieder zum Gutachter. Letztes Gutachten im Februar. Seither geht nix mehr. Auf meine Mail vor drei Wochen immer noch keine Reaktion. Einwände, weil jetzt durch die einseitige Belastung die Linke Schulter in der Bewegung eingeschränkt ist. Die Schmerzen sich mittlerweile auch über den Rücken gehen. Da heißt es, hat mit dem Unfall nichts zu tun. Sind wir nicht zuständig.
    Es geht einfach nicht vorwärts. Trotz Anwalt, trotz Beschwerde bei der Hauptstelle der BG.
    Aber es stimmt: BG ist super Klasse darin, ihre Kunden zu zermürben.

    • Es braucht einen sehr guten Rechtsanwalt für Sozialrecht, der bissig genug ist um das alles durchzuziehen. Im Fall meiner Frau dauerte es knapp 6 Jahre bis rückwirkend Verletztengeld geflossen ist. Bis zu dem Zeitpunkt viele Briefe – die meisten unbeantwortet – und reinster Nerventerror. Durch ist das Thema immer noch nicht wegen der Rentenansprüche. Es braucht leider einen sehr langen Atem um das alles in die richtigen Bahnen zu leiten. Und sehr vieles hängt vom jeweiligen Sachbearbeiter bei der BG ab ob es schnell geht oder eben leider nicht.

      Kommunikation per E-Mail bringt nichts, es fehlt der Beweis etwas eingereicht zu haben. Am besten per Fax (Sendebericht) oder per Einschreiben – und dann immer eine Frist setzen. Sonst schläft alles wieder sehr schnell ein so meine Erfahrungen. Gute Gesundheit und viel Erfolg.

  6. Hallo Thomas,
    ich habe folgende Frage an dich:
    Ab wann und wie(Zeitraum nach einem Arbeisunfall), kann man die BG dazu bewegen einen Gutachter zu beauftragen?
    Mein Fall: Juli 2015 Arbeitsunfall
    Dez.2015 – Feb. 2016 Einweisung durch BG ins BG-Unfallkrankenhaus Murnau (8Wochen)
    Feb.2016 – 28.4.2016 ambulante EAP-Weiterbehandlung
    28.4.2016- 19.5.2016 BG-Reha im BG-Unfallkrankenhaus Murnau
    19.5.2016- Wiedereintritt der Arbeitsfähigkeit ist nicht absehbar
    Im Abschlussbericht heißt es: Wir ( BG-Unfallkrankenhaus Murnau), empfehlen die Durchführung eines
    1. Rentengutachtens nach Wiedereintritt der Arbeitsfähigkeit! Das dauert aber mindestens bis zur 70. Woche.
    Ich würde aber vorher gerne Klarheit über meinen MdE haben!

    Im voraus herzlichen Dank

    Paul B

    • Hallo Paul, eine rechtliche Beratung kann und darf ich Dir hier nicht geben. Ich würde Dir unbedingt raten einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen. Meine Erfahrungen sind, dass ohne einen solchen ALLES länger als nötig dauert. Als Privatperson an die BG heranzutreten ist zwar möglich, oft aber ohne durchschlagenden Erfolg (Eigenerfahrung wie gesagt). Bis ein MdE festgesetzt wird kann das sehr lange dauern, knapp 6 Jahre sind es bei meiner Frau und wir sind noch nicht am Ziel. Man braucht sehr viel Geduld und Zeit, beides hat man nicht immer ich weiß. Unsere Erkenntnisse sind, dass man ohne eine Klage vor dem Sozialgericht meist gar nichts erreicht.

      Alternativ wäre der VdK oder der SoVD wenn Du keine Rechtschutzversicherung hast. Viel Erfolg mit allem was Dir bevorsteht.

  7. Hallo zusammen
    so wie ich das herauslese kann die Ermittlung des Mde Wertes bis zu 70 Wochen dauern? Hatte am 23.5. eine BG Gutachteruntersuchung bei einem Krankenhaus in der Gefässchirurgie….das Gutachten liegt der Bg noch nicht vor. Bestimmen die Bg den Mde wert oder das krankenhaus wo ich war?

    Gruss Guido

    • In der Tat kann es über 70 Wochen dauern bis zur Festsetzung des MdE. Dieser wird von der BG entschieden, nicht von der Klinik. Diese kann höchstens eine Empfehlung geben. Alles Gute!

  8. Hallo zusammen hat jemand Erfahrungen oder habt einen Rat für mich
    Ich bin durch meine Arbeit erkrankt. Ich bin ausgesteuert und bekomme nun Arbeitslosengeld.
    Ein Gutachten liegt vor, darin habe ich 30% Mde bescheinigt bekommen. Leider verschleppt die BG nun die Bescheiderteilung. Mündlich wurde mir alles zugesichert. Nun muste ich für zwei Wochen zu einem Berufsförderwerk zur Berufsfindung. Dort wollte man mir, mit einem zu Hilfe geholten BG- Mitarbeiter, eine Wiedereingliederungmaßnahme aufschwatzen… bei der das Förderwerk gut verdient hätte, ich für mich aber keinen Nutzen gesehen habe. Mir wurde zugesagt, dass nach diesem zweiwöchigem Kurs der Bescheid erteilt werden soll. Vorher hat meine Anwältin mit einer Untätigkeitsklage gedroht. Ein Schreiben kam zurück, dass die Bescheiderteilung bald erfolgt. Nun hat der Berufshelfer verkündet, erst bei Zusage zur einer Bildungsmaßnahme kommt es zur Bescheiderteilung.
    Meine Frage: Was steckt hinter dieser Verschlepptaktik. Warum soll ich den Bescheid erst nach meiner Zusage für eine Fortbildung oder Umschulung bekommen. Ich trau dem Frieden nicht. Kann ich was falsch machen? Zwischenzeitlich habe ich mir selbst ein paar Bildungsgespräche organisiert von neutralen Bildungseinrichtungen und bin aktiv auf Arbeitssuche. Rückwirkend habe ich Verletzengeld erstattet bekommen.
    Ich freue mich über gute Tipps, Danke
    Gruss Heike

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