Irgendwann ist dann immer auch das erste Mal heißt es. Das erste Mal war es bei mir im September, dass ich im Rahmen von Postcrossing eine Postkarte aus Australien bekam. China, USA, Russland und „die sonstigen üblichen Verdächtigen“ zählen gewissermaßen schon zum Standard. Bedeutet nicht, dass man sich über solche Postkarten nicht freut. Aber Australien hat dann schon eher einen selteneren Charakter in meinen Empfangsstatistiken. Und Australien – wer mich näher kennt weiß das – zählt neben Neuseeland zu meinen Länderfavoriten und das auch außerhalb von Postcrossing.

So ´n bisschen neidisch guckte ich dann auch auf die Postkarte aus Melbourne, zeigt sich doch glatt den Indian-Pacific-Express der auf der Strecke von Sydney nach Perth verkehrt – statte 4352 km in 4 Tagen durch beeindruckende Landschaften. Für einen Bahnfreak wie mich, dazu in einem Land das man ohnehin sehr gern mag natürlich das Abenteuer schlechthin. Mit Preisen ab rund 1300 € (Mahlzeiten und Ausflüge sind im Preis inbegriffen)  nicht gerade ein besonderes Schnäppchen sieht man von der Anreise nach Sydney einmal ganz ab, aber träumen darf und kann man ja schließlich.

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Wie dem auch sei, jedenfalls hat die Postkarte aus Melbourne (50 Jahre Transcontinental Railway 2020) das Feuer des Träumens von dieser „etwas anderen Reise“ wieder ein bisschen mehr angefacht und der Absender hat mit diesem Foto genau meinen Geschmack getroffen.

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Indian-Pacific-Train Sydney – Perth

Finnland war im September sehr aktiv, irgendwie hatte ich immer das Glück von einem finnischen Absender aus dem Lostopf gezogen zu werden. Finnland ist mir nicht ganz unbekannt, jedenfalls die Hauptstadt davon. Vor wahrlich langer Zeit bin ich mit dem Schiff im Rahmen einer Tagesreise in Helsinki gewesen. Genau genommen zu kurz aber lange genug um die wichtigsten Eindrücke einer Stadt einzusammeln. Stark in Erinnerung geblieben ist mir der Zoo von Helsinki, echt schön auf einer eigenen Insel gelegen. Weiter nördlich nach Finnland bin ich noch nicht gekommen, schade eigentlich. Das Foto der Bahnstation Dover Ferry erinnert so ein bisschen an Harry Potter.

Eine Karte hat mich ganz besonders überrascht, sie kam aus Luxemburg hatte aber ein Motiv aus Australien. Eigentlich ein Vorgang den ich nicht so besonders schätze weil er mit dem Herkunftsland nicht in Verbindung steht. In diesem Fall jedoch war ich dennoch begeistert. Das Motiv zeigt Uluru, unweit des weit besser bekannten Ayers Rock. Und meine Schwäche für diesen Kontinent ist ja ohnehin schon bei einigen bekannt.

Uluru Australien
Uluru Australien

Eine offensichtlich nicht nur dem Foto nach „alte aber sehr gut erhaltene Postkarte“ erhielt ich aus den Niederlanden. Sie zeigt das Kloster La Trinité (Vendôme) in Frankreich. Postkarten dieser Art haben in jedem Fall ihren Reiz, schwarz-weiß Fotografie im allgemeinen. Eine Hafenansicht aus Hong-Kong lädt einerseits zum Träumen ein, andererseits stimmt sie nachdenklich bezüglich der politischen Vorgänge in dieser Metropole. Die Karte in deutscher Sprache geschrieben, die Kartenbeschreibung allerdings in kyrillischer Schrift – was das Bild also genau darstellt bleibt das Geheimnis dieser Karte aus Belgrad. Einen in den USA häufig gesehenen Baustil zeigt die Karte aus Georgia (USA).

Zwei Kartengrüße erreichten mich aus der Türkei, beide Karten aus der Stadt Adana jedoch mit unterschiedlichen Registriernummern. Die Handschrift zeigt, dass es sich wohl um jemand mit zwei Profilen handelt.

Den Abschluss im Postcrossing für September bildeten die Postkarten aus Singpore, wieder einmal die russische Hauptstadt mit einer diesmal „tierischen Ansicht“ und Taiwan. Letztere Postkarte würde ich jetzt als jene einstufen, die von Motiv her am wenigsten Aussagekraft besitzt. Ein „Ausreißer“ die Bilder betreffend gehört irgendwie in jedem Monat mit dazu.

Postcrossing kann auch mal dauern

postcrossing postlaufzeiten
Postlaufzeiten bei Postcrossing

Bemerkenswert sind zum Teil die Beförderungszeiten der Postkarten. Da das System von Postcrossing den Absende- und Ankunftstag ausgibt ist dies eine wie ich finde interessante Information am Rande. Und es kommt immer wieder vor, dass absolute Härtefälle dabei sind wie beispielsweise die Postkarte aus Russland im vergangenen Jahr. Mit 349 Tage war diese wohl mit einem Boten zu Fuß unterwegs. Dir Irrwege der Karte aus Nizhniy (Ural) sind zwar nicht mehr ergründbar aber immerhin kam die Karte an. Wenn auch erst fast 1 Jahr später. Im Gegensatz dazu dann ist dann eine Karte aus den USA oder auch mal Taiwan nur minimal mehr als 1 Woche auf Reisen bis ins Saarland.

Meine Postcrossing-Karten im September gingen übrigens nach England, Russland, Belgien, Norwegen, USA, Finnland, die Schweiz, Holland und erstmals auch nach Portugal. Und ehe ich es vergesse zu erwähnen, heute ist Weltpostkartentag. Postkarten und im allgemeinen die persönliche Kommunikation zwischen Menschen durch des handgeschriebene Wort und über die Wege der herkömmlichen Post anstelle von elektronischen Medien kommt meines Erachtens viel zu kurz und verliert an Bedeutung.

Schade eigentlich, denn ein persönlicher Brief (oder eben auch eine Postkarte) steht von seinem individuellen Charakter her betrachtet weit über Mail, SMS oder WhatsApp & Co.

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