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Fehldiagnosen – Patienten zwischen Leben und Tod

Wenn wir krank sind gehen wir zum Arzt. Wir gehen dort hin, weil wir uns Hilfe erwarten von jemandem der Medizin studiert hat und entsprechend umfassendes Wissen mitbringt. So zu denken ist völlig legitim. Doch leider sieht die Realität anders aus. Fehldiagnosen, falsche Behandlung und dergleichen kommen öfter vor als man es glauben will. Nicht jede ärztliche Fehleinschätzung eines Leidens hat generell schwerwiegende Folgen – zum Glück.

Dieses Glück sollte jedoch nicht über dem Maße strapaziert werden. Unser Organismus „verzeiht“ so einiges im Laufe eines Lebens, dennoch bleibt manche Fehldiagnose unter dem Strich irreparabel, vergrößert das Leiden eines Patienten unnötig und ganz erheblich. Deswegen muss die Frage gestattet sein, „wie viele Fehldiagnosen dürfen sich Ärzte leisten“?

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Warum kommt es zu Fehldiagnosen ?

Ein wichtiger Grund warum Mediziner Krankheitsbilder gar nicht erkennen oder auch „nur“ falsch interpretieren ist die eigene Selbstüberschätzung. Ich bin bisher nur extrem wenigen Ärzten begegnet die bereit waren eine Fehleinschätzung einzuräumen wenn sich diese nachweisen lies. Niemand verlangt ernsthaft, dass ein Arzt alles weiß. Jedoch muss ein Patient voraussetzen dürfen, dass der Arzt in seiner ausgewiesenen Fachrichtung (Kardiologe, Orthopäde, Pneumologe usw.) umfassende Kenntnisse mitbringt.

Fehler ist ein Wort, das von vielen Medizinern nur sehr ungern in den Mund genommen wird. Lieber wird ein Thema von Ärzten totgeschwiegen ehe man einräumt sich geirrt zu haben oder von der entsprechenden Materie einfach keine Ahnung hat. Auch wird es nicht gerne gesehen, wenn der Patient sich selbst mit einbringt und bei der Suche der Ursache durch Hinweise behilflich sein möchte.

Anstelle von Hand-in-Hand gilt hier vielmehr die Bezeichnung „Götter in weiß“. Ein Laie hat ohnehin keine Ahnung, so der ärztliche Gedankengang. Dabei kennt ein Patient seinen Körper in so manchen Dingen vielleicht besser als der eine oder andere Arzt. Auch ein blindes Vertrauen in die Gerätemedizin kann schnell einmal fatale Folgen haben und sogar tödlich enden.

Konkurrenzdenken unter Ärzten ist ebenfalls ein Punkt der Fehldiagnosen zusätzlich fördert. Sicherlich muss heute jede Praxis zusehen wo sie bleibt und ein großer Patientenstamm sichert das „monatliche Grundeinkommen“ der Praxis. Viele Patienten bedeuten aber auf einen Tag betrachtet auch eine große Patientenzahl in kurzer Zeit.

Somit bleibt für jeden einzelnen Patienten nur wenig Zeit für das „genauere Hinsehen“ wenn dies eigentlich erforderlich wäre. Was hundert Mal gut geht muss nicht immer so sein. Der Patient bekommt letztlich die Quittung wenn ein Arzt aus Zeitmangel etwas übersehen hat. Was Krankenkassen hier einerseits durch Kürzungen einsparen möchten kann schnell sehr kostenintensiv enden, ist eine Krankheit trotz Vermeidbarkeit erst einmal ausgebrochen.

Fehlende Qualifikation von Ärzten ist ein Kriterium das es in einem Land wie diesem gar nicht geben sollte. Um Gebiete mit „ausreichend Ärzten“ abzudecken scheint manchmal jedes Mittel recht zu sein, gerade im ärztlichen Notdienst. Gerade hier sollte eine besondere Qualifizierung der Standard sein. Immerhin geht es manchmal um Leben und Tod wenn ein Arzt falsch diagnostiziert. Dass auch hier der bekannte Zeitmangel eine bedeutende Rolle spielt kommt erschwerend mit hinzu.

Die Anzahl von falschen Behandlungen ist hoch, längst nicht alle Fehldiagnosen kommen ans Tageslicht bzw. werden auch zu Gunsten der Betroffenen geahndet.

Welchen „Wert“ hat ein Menschenleben ?

Kosten- und Zeitfaktor, angekratzte Eitelkeit, Einsparmaßnahmen oder den Arztberuf eben „nur als Job“ ansehen. Wo liegen die Grenzen, wie wird hier der Wert eines Menschen und dessen Gesundheit sowohl von Kostenträgern als auch Medizinern überhaupt noch berücksichtigt? Wie lässt sich all dies beispielsweise mit dem hippokratischen Eid in Einklang bringen?

Fragen zu denen es nur schwer wenn überhaupt Antworten zu finden gibt. Jeder Mensch kann Fehler machen – natürlich auch Ärzte. Generelle Fehlerlosigkeit zu fordern wäre nicht realistisch. Manch ein Fehler aber basiert auf einer nicht akzeptablen Grundlage und ist aus meiner Sicht als unverzeihlich einzustufen. Bei Behandlungsfehlern ist dies insbesondere so zu betrachten. Zumindest das Rückgrat sollte ein Mediziner dann besitzen seinen gemachten Fehler ein zu gestehen und diesen nicht „nach allen Regeln der Kunst“ zu vertuschen versuchen. Nicht selten auch unter anwaltschaftlicher Mithilfe.

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Gewissermaßen gedeckelt wird alles dies noch durch denkwürdige Verfahrensweisen, die dem Patienten nicht zu seinem Recht verhelfen sondern ihn ggf. gnadenlos im Regen stehen lassen und dieses meines Erachtens teils „marode“ System noch zusätzlich stützen. Unsere Gesellschaft kann es sich anscheinend tatsächlich leisten so mit ihresgleichen zu verfahren…..

Über Thomas Liedl

Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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Ein Kommentar

  1. Hallo Thomas,

    wichtiges Thema! Auf der einen Seite macht jeder mal Fehler auch Ärzte, denn die sind auch nur Menschen. Auf der anderen Seite sollte mit Wohl von Menschen kein Geld verdient werden und ich denke, dass manche Diagnose dem Patienten erzählt wird, weil er es selbst nicht besser weiß und dem Arzt glaubt.
    Traurig, dass es sowas gibt.

    Beste Grüße,
    Gerd

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