Ich hatte heute schon zwei sehr interessante Dialoge am Telefon, beide mit der Firma Millionenexpress. Erster Anrufer war Herr N. von besagter Firma die ihren Sitz angeblich in Berlin haben soll. Nach meinen eigenen Recherchen ist der Sitz allerdings in Frankfurt, was den Servicecenter betrifft. Beide Anrufe kamen mit unterdrückter Rufnummer (ist ja logisch).

Herr N. erzählte mir, wenn ich nicht hier und jetzt kündigen würde, dann werden monatlich 55 € fällig, die dann vom Konto abgebucht werden. Und weil er heute einen besonders guten Tag habe, erhalte ich exklusiv eine Gewinngarantie in Höhe des monatlichen Einsatzes.

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Als ich auch mal zu Wort kam wies ich Herrn N. darauf hin, dass ich weder einen Vertrag abgeschlossen habe und somit auch nichts kündigen müsse und zweitens würde ich gerne die Anschrift seiner Firma erfahren. Herr N. entgegnete mir, er könne mir die Anschrift nicht nennen, er bekäme sonst Ärger mit seinem Chef :mrgreen: . Eine nette Firma muss das sein, die sich verstecken muss und deren Sitz die Angestellten nicht preisgeben dürfen. Der Chef würde mich in 30 Minuten dann zurückrufen, so Herr N. weiter. Dieser Anruf erfolgte natürlich nicht – war ja klar.

Der zweite Anruf von Millionenexpress kam vor etwa 30 Minuten und hatte den gleichen Spruch drauf… 55 € usw. Diesmal war ein anderer am Telefon. Ich würgte das Gespräch ab und fragte ihn nur kurz, ob er unbedingt Post der Staatsanwaltschaft Hamburg bekommen möchte und legte auf. Besonders dreist diesmal… Millionenexpress rief binnen weniger als einer Minute erneut an und teilte mir mit forscher Stimme mit: „Wir buchen dann ab Juni jeden Monat 55 € ab, sie wollten es ja nicht anders“. Dann wurde aufgelegt.

Sie probieren es immer wieder diese Gaunerfirmen. Lass sie mal abbuchen… es gibt ja immer noch die gute alte Rücklastschrift. Am besten auflegen und erst gar keine Diskussionen führen – mehr sie diese Firmen nämlich absolut nicht wert in meinen Augen.

[update] Dezember 2009: Auf Grund der massiven Verunsicherung vieler Betroffener, die entweder bereitwillig Daten herausgegeben haben oder bei denen bereits tatsächlich etwas abgebucht wurde folgende unverbindliche Tipps aus meiner persönlichen Vorgehensweise:

  • Wer keine Widerrufsbelehrung erhalten hat (Brief, Fax oder E-Mail) kann zeitlich unbegrenzt Widerspruch einlegen, da die Frist erst gar nicht begonnen hat zu laufen. Ansonsten sind es 14 Tage.
  • Unberechtigte Abbuchungen vom Konto können grundsätzlich bei der Bank binnen 6 Wochen zurückgegeben werden (Rücklastschrift).
  • „Drohbriefe“ seitens des Gewinnspielbetreibers ignorieren, meist bringt ein Schriftwechsel gar nichts. Mit den „Drohungen“ soll nur Einschüchterung betrieben werden.
  • Wer ganz arg verunsichert ist sollte bei der örtlichen Verbraucherberatung vorstellig werden.
  • Forderungen eines Inkassobüros im Höchstfall einmal schriftlich zurückweisen (Widerspruch mit Begründung). Gerichtliche Mahnverfahren wie stets angedroht werden in den allermeisten Fällen nicht eingeleitet. Falls doch, dann reicht ein schriftlicher Widerspruch an das ausstellende Gericht mit entsprechender Begründung.

Mit diesem Leitfaden hatte ich immer Erfolg und vor allem das Wichtigste – endgültig Ruhe!