Geschwindkeitskontrolle, Radar

Neuer Bußgeldkatalog 2020 sieht deutlichere Strafen vor

Was in einigen unserer Nachbarländern empfindlich teuer werden kann gilt nun ab heute auch bei uns. Der neue und ab heute gültige Bußgeldkatalog sieht eine deutliche Erhöhung der Bußgelder bei Verkehrsverstößen vor. Und das insbesondere für schnelles Fahren. So mancher Autofahrer der auf Geschwindigkeitsbegrenzungen bisher gepfiffen hat und entsprechende Schilder zum Tempolimit bewusst ignoriert hat sollte sein Tun nun überdenken, denn es schont künftig den Geldbeutel.

Entscheidend ist natürlich, dass diese neuen Verkehrsregeln auch kontrolliert und sanktioniert werden was hier in der Umgebung bisher eher sehr lasch gehandhabt wurde. Schilder mit Tempolimits haben hier bisher nur einen rein dekorativen Charakter inne.

Schnelles Fahren und Rettungsgasse im besonderen Fokus

„Schnelles Fahren“ ist natürlich schon ein sehr relativer Begriff. In einer vor Schulen und/oder Kindergärten befindlichen 30er-Zone nachts um 23 Uhr mit den üblichen 50 km/h unterwegs zu sein hat mit einem Verkehrsverstoß meines Erachtens nichts zu tun. Und dennoch – würde ab heute dort eine Kontrolle stattfinden würde ein Punkt in Flensburg zusammen mit 70 Euro fällig.

Geschwindkeitskontrolle, RadarGenauer ausgedrückt – ab 16 km/h innerorts zu schnell sind es wie erwähnt 70 Euro und ein Punkt, bei 21 km/h über dem Erlaubten sind es 2 Punkte in der Verkehrssünderkartei, 1-3 Monate Führerscheinentzug sowie zwischen 80 und und 680 Euro Bußgeld. Das tut dann schon „weh“, denn im erwähnten Beispiel einer 30er-Zone sind 16 km/h drüber sehr oft der zu beobachtende Standard.

Außerhalb von geschlossenen Ortschaften gilt ebenfalls ab 16 km/h zu schnell – bisher waren das 21 km/h – einen Punkt in Flensburg und 70 Euro. Ab 26 km/h mehr auf dem Tacho sind es schon 2 Punkte und ein Bußgeld mit 80 Euro bis hin zu 600 Euro bei 70 km/h zu schnell. Bisher gültige „Schonfristen“ für Fahrverbote bei Geschwindigkeitsübertretungen gibt es nicht mehr, einmal erwischt und schon ist man dabei!

Rettungsgasse

Die Rettungsgasse auf Autobahnen ist enorm wichtig. Und wenn es hier künftig richtig teuer wird finde ich das für absolut richtig. Diese bisherige „Du-Du-Du-Taktik“ hatte nicht den gewünschten Effekt bewiesen. Fehlende Rettungsgassen auf Autobahnen sind immer noch weit verbreitet ein zu beobachtendes Phänomen. Solange wirklich nichts passiert ist weiter nicht schlimm, nur kann das der im Stau stehende Autofahrer nicht einschätzen bzw. wissen.

Wenn jetzt ein Stau entsteht und jemand keine Rettungsgasse bildet bedeutet das ohne Umschweife 200 Euro Bußgeld, 2 Punkte und oben drauf 1 Monat Fahrverbot! Das ist schon eine „Hausnummer“ bei der man sich überlegt ob man sich das wirklich leisten möchte. Und wer glaubt, dass die „vorausfahrende Rettungsfahrzeuge“ als Freiräumer zu betrachten sind und diesen folgt um schneller voran zu kommen ist mit mindestens 240 Euro und 2 Punkten mit von der Partie. Die Geldbuße hätte für mein Dafürhalten gerne noch höher ausfallen dürfen.

Auto-Poser

Wer sein Auto gerne aufmotzt und richtig Geld investiert um möglichst durch unsinniges Umherfahren aufzufallen und damit anzugeben sollte nicht vergessen Geld auf die Seite zu legen wenn er erwischt wird. Künftig erhöht sich das Bußgeld um das Fünffache von 20 auf 100 Euro.

Teuer werden auch Parkverstöße und es gibt Regelungen für die Sicherheit von Radfahrern, alles hier zum detaillierten Nachlesen in der StVO-Novelle. Als eine Führerschein-Vernichtungsmaschine wie es der Verein Mobil in Deutschland tut würde ich diese Strafverschärfungen nicht bezeichnen wenn man mal bedenkt um welche absolut vermeidbaren Verkehrsverstöße es hier geht.

Und bei alle dem  sollte man nicht vergessen, bei 8 Punkten in Flensburg ist der Lappen weg. Gerade jene Autofahrer die immer noch das alte System mit den 18 Punkten im Hinterkopf haben sollte das nicht aus dem Auge verlieren. Diese 8 Punkte dürften bei mangelnder Einsicht des einen oder andere sehr schnell zusammen kommen.

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