Auf der Suche nach „der Brille“ habe ich auch die Angebote und Leistungen von brillen.de näher betrachtet. Beginnend auch hier mit der Inanspruchnahme des ausführlichen Sehtests zur Ermittlung der Sehstärke. Hierfür kann man sich einen Termin bei einem der 595 Partneroptiker reservieren lassen. Dies geschieht entweder durch einen Anruf oder den praktischen Rückrufservice. Dieser hat den Vorteil, dass man nicht in einer dieser nervigen Warteschleifen hängt bis ein Mitarbeiter für das Gespräch „Luft“ hat.

Der Rückruf erfolgte innerhalb von knapp 10 Minuten was vollkommen in Ordnung ist. Die Postleitzahl wurde schon zusammen mit der Telefonnummer beim Rückrufservice eingetragen, sodass der passende Partneroptiker schnell gefunden werden kann. Einen Termin gleich am nächsten Tag zu bekommen, damit hätte ich jedoch nicht gerechnet.

Die Qual der Wahl: Einstärkenbrille oder Gleitsichtbrille

Bisher war ich mit einer sogenannten Einstärkenbrille versorgt. Da sich inzwischen ein kleiner Unterschied zwischen Nah und Fern eingeschlichen hat bot es sich an über den Wechsel zu einer Gleitsichtbrille nachzudenken. Dies wurde mir auch vom vor Ort beratenden Optiker von brillen.de so nahegelegt. Generell bin ich für Neuerungen schon offen. Eine Gleitsichtbrille betreffend habe ich aber die Erinnerung an meinen Vater, der damit doch etwas größere Probleme hatte. Nun, da diesbezüglich schon viele Jahre ins Land gezogen sind wird sich hier wohl einiges verbessert haben….. dachte ich und entschloss mich schlussendlich für eine Gleitsichtbrille. Bei brillen.de gilt das Angebot, wenn es nicht klappt mit der Gleitsichtbrille dann gibt im Austausch dazu gratis die Einstärkenbrille – bis drei Monate nach dem Kauf.

Mein Optiker vor Ort als Ansprechpartner

Der mit dem Unternehmen brillen.de hier vor Ort zusammenarbeitende Optiker war nun sowohl Ansprech- als auch Handelspartner für mich. Ein Sehtest und das Brillengestell aussuchen ging nach einer vorher erfolgten Terminvereinbarung recht flott über die Bühne und rund 14 Tage später erhielt ich den Anruf, dass meine Brille nun bereit zur Abholung ist. Es gab noch letzte Anpassungen und dann wurde ich mit meinen neuen Gläser – nun also den Gleitsichtgläser – in den Alltag entlassen. Ich bekam noch den Hinweis vom Optiker, dass es bei jedem Brillenträger unterschiedlich ausfällt, wie lange die genaue Umgewöhnungsphase von einer „normalen Brille“ hin zur Gleitsichtbrille dauert. Mit meiner Garantie von brillen.de im Rücken machte mir dies kein besonders großes Kopfzerbrechen. Doch es sollte anders kommen.

Innerhalb der ersten drei Monate mit den neuen Gläsern wurden ich und meine Gleitsichtbrille keine besonders guten Freunde. Selbst wenn die Sehkraft mit „der alten Brille“ nicht mehr quasi auf dem neuesten Stand gewesen ist, so konnte ich nun unter dem Strich betrachtet noch etwas weniger gut sehen. Zum Autofahren ging die Brille gleich gar nicht. Der im Zusammenhang mit Alkoholfahrten genannte Tunnelblick war hier allgegenwärtig und gefährlich zudem. Es folgte ein Besuch beim Optiker und die Schilderung der bestehenden Problematik mit der neuen Brille. Nach anfänglicher Beschwichtigung seitens des Optikers wie z.B.

…“mancher Brillenträger braucht als Umsteiger zur Gleitsichtbrille auch mal länger, das kommt schon mal vor, nicht jedes Auge ist gleich…“

wurde ein zweiter Sehtest des Optikers vorgenommen. Und dieser – das erstaunt mich doch sehr – wich vom Sehtest der ganz am Anfang gemacht wurde nicht unerheblich ab. War das nun auch das Phänomen, das ich bereits beim Augenarzt feststellen musste, „mit Werten die nur so halbwegs passten„? Wie dem auch sei, es wurden nun neue Gläser „mit den richtigen Werten“ angefertigt. Vielleicht lag es tatsächlich daran, dass es mit der Umgewöhnung nicht geklappt hat, wer weiß!? Ich als Kunde muss das aber auch nicht wissen und begründen können, dafür geht man ja zum Fachmann. So jedenfalls meine Ansicht.

Die „abermals neue“ Brille kam und der Weg auf der Suche der Freundschaft zwischen Brille und mir begann erneut.

Mit neuer Brille einfach mal „Lehrgeld“ bezahlt

Man kann es bereits erahnen, auch aus dem neuerlichen Versuch ist nichts geworden. Die Anpassung der Werte hat das Grundübel mit dem Tunnelblick nicht verbessert. Was allerdings nun folgte bezeichne ich mit meinem volkstümlichen Wortschatz als „Volksverarsche“. Nachdem die Messwerte des ersten und zweiten Sehtests doch entscheidend voneinander abwichen konnten die ersten drei Monate – bezogen auf die Garantie von brillen.de – meines Verständnisses nach nicht angerechnet werden. Der Fehler bei der Werteermittlung lag hier doch eindeutig beim kooperierenden Optikerfachgeschäft vor Ort. Wie dem auch sei, man wollte nun von einem kostenlosen Austausch hin zur Einstärkenbrille nichts mehr wissen. Eine der Begründungen des Optikers:

…“Sie haben ja schon neue Gläser bekommen, damit ist das erledigt“.

Meinen Hinweis, dass ich diese Gläser deshalb bekam, weil die ermittelten Messwerte offensichtlich nicht korrekt gewesen sind ignorierte man die Mundwinkel verziehend aber ohne Kommentar. Nach kurzer Pause holte der Optiker erneut aus und meinte:

…“den Umstieg von einer Einstärkenbrille hin zur Gleitsichtbrille erst mit 54 Jahren zu machen ist sowieso nicht richtig. Das ist viel zu spät, als dass es am Ende auch klappen könnte. Das hätten Sie viel früher tun müssen“.

Nun lag also der schwarze Peter wohl bei mir? Ich bin zu alt für eine Gleitsichtbrille. Mal abgesehen davon, dass dies in dieser Situation eine völlig unpassende Bemerkung war verhält es sich doch so, wenn dem wirklich so ist und der Umstieg hätte früher erfolgen müssen damit er funktionieren kann – warum wurde das im ersten Beratungsgespräch seitens des Fachpersonals nicht erwähnt? Warum lässt man einen Kunden kostenauslösend einen Weg gehen der zum scheitern verurteilt ist – aus welchen Gründen auch immer?

Was zum Abschluss folgte war dieser Satz, den ich persönlich als am gravierendsten hielt und meines Erachtens nach fast schon eine Art Masche darstellen könnte in Verbindung mit dem Hinweis, dass der Umstieg zur Gleitsichtbrille ohnehin nicht ratsam gewesen wäre. Süffisant lächelnd meinte man abschließend angesichts des dafür bezahlten Preises von 279 €:

…“da haben Sie jetzt eben mal Lehrgeld bezahlt. Auch das gehört zum Leben dazu. Für uns ist der Vorgang abgeschlossen.“

Da stand ich nun. 279 Euro ärmer und mit einer „neuen Brille“ in Händen, die zu allem taugen mag nur nicht für’s guten Sehen!

Mein Fazit zu brillen.de

Brillenkauf im Internet ist in der heutigen Zeit nichts ungewöhnliches mehr. Anbieter auf dem Markt gibt es mehrere die auch regelmäßig für ihre Dienste werben. Garantieversprechen sind dabei keine Seltenheit und für den Verbraucher durchaus ein Anreiz für den Kauf. In wie weit diese Versprechen letztlich wirklich „etwas taugen“ kommt immer erst auf wenn der „Garantiefall“ eingetreten ist. Ein gewisses Spiel mit dem Feuer bleibt es in diesem Punkt wohl immer.

Mit brillen.de waren meine Erfahrungen sicher nicht die besten. Auch wenn der direkte Kontakt mit brillen.de nur zu Anfang und dann wieder mit der späteren Rechnungsstellung bestand, so ist brillen.de für mich der zu nennende Anbieter. Bei einem Telefonat mit dem Kundenservice von brillen.de wurde ich darauf verwiesen, dass stetiger Ansprechpartner bei Schwierigkeiten dieser Art mit der Brille, der gewählte Partneroptiker vor Ort ist. Wenn es zu solchen Problemen mit einem kooperierenden Optiker kommt wie hier geschildert, dann kann sich das Unternehmen aus Brandenburg meiner Ansicht nach nicht aus der Verantwortung nehmen. Ist für den Kunden dann wohl irgendwie dumm gelaufen!

Ich werde wohl hoffentlich nicht gleich wieder „Lehrgeld“ bezahlen müssen und vermeintlich „zu alt“ sein bei dem Versuch endgültig eine neue Sehhilfe zu beschaffen. Gleitsichtbrillen sind dabei tabu genauso wie Onlineoptiker. Ich verurteile diese Unternehmen nicht pauschal und jeder kann sein Glück bei dem einen oder anderen Anbieter versuchen. Mein persönlicher Bedarf an dummen Sprüchen und doch etwas fragwürdigen Geschäftspraktiken ist gedeckt. Ich geh zum Optiker „in der Stadt“ und such mir den neuen Durchblick.