Linux Mint ist das bessere Ubuntu, soviel steht alleine schon nach Fertigstellung der Installation fest. Wie bei Ubuntu ist den jeweiligen Versionen immer ein Name beigeordnet, für Mint 7.0 ist die „Gloria“, gleichzusetzen mit der Ubuntuversion „Jaunty“.

Auf Grund meiner Rechnerkonfiguration hatte ich mich für die 64-bit Version entschieden. Alle zur Verfügung stehenden Version sind bei der offiziellen Seite Linuxmint.com gelistet. Auf Linix Mint 8 muss ich noch ein wenig warten, da derzeit noch keine 64-bit Version zum Download angeboten wird.

Aus längst vergangenen (Windows-)Tagen hatte ich bisher stets die KDE-Versionen von Linux-Distributionen bevorzugt. KDE kommt sowohl dem Aussehen als auch der Handhabung den Windows-Betriebssystemen sehr nahe, das lässt Umsteiger auch gerne eher zum KDE-Desktop als zur GNOME-Variante wechseln. Mit dem Austausch Kubuntu gegen Mint gab es bei mir diesbezüglich einen Gesinnungswechsel.

Bei Mint bekam erstmals GNOME den Vorzug vor KDE und ich muss sagen – hätte ich es nur schon früher getan. Kurzum läuft das System flüssiger, ist sehr bedienerfreundlich und die Optik sieht auch gut aus. Gewisse „Anfängerängste“ vor Linux sind wirklich vollkommen unbegründet! Linux Mint ist das perfekt Betriebsystem sowohl für Neulinge als auch „ältere Hasen“.

Out of the Box

Wie schon bei meiner Experimentierphase über den eee-PC lief nach der Installation von Linux Mint alles bestens. Problemkandidaten wie Sound- und Grafikkarte wurden sofort richtig erkannt. Ebenso ohne mein Zutun wurde der externe Speicher (USB-Festplatte Seagate Freeagent) ins System integriert und lies ehemalige Schwierigkeiten schnell vergessen. Einzigster Knackpunkt wenn man so will der Laserdrucker (Canon LBP3010). Das liegt aber mehr am Hersteller als an Linux Mint, Canon hält leider nicht sonderlich viel vom Linux-Support. Zwar werden Treiber für Canon angeboten, mit einem 64-bit System laufen diese auch alles andere als zuverlässig. Einzigste Lösung… nächster Drucker garantiert kein Canon mehr.

E-Mail-Klient Thunderbird

Thunderbird 2 unter Mint 7

Thunderbird 2 unter Mint 7

Der E-Mail-Klient Thunderbird ist standardmäßig bei Linux Mint enthalten, die von (K)ubuntu her gewohnten Klienten Evolution und KMail tauchen in den Anwendungen erst gar nicht auf, sind aus den Softwarequellen allerdings jederzeit nachinstallierbar. Thunderbird 2 unterstützt die Terminverwaltung Lightning 0.9, ohne eine vernünftige Terminverwaltung wäre ich gezwungen gewesen auf eine andere Software auszuweichen.

Das Add-on Lightning 0.9 kommt zunächst in englischer Sprache daher, mit der systemseitigen Sprachunterstützen alleine bringt man Lightning nicht dazu Deutsch zu sprechen. Hier für muss aus den Softwarequellen von Mint das deutsche Sprachpaket lightning-extension-locale-de hinzugefügt werden.

Lightning soll in Thunderbird 3 nicht mehr eingebunden sein. Ob sich dann ein Umstieg auf Thunderbird 3 lohnt beurteile ich heute noch nicht. Ohne vollwertige(n) Kalender / Terminververwaltung macht Thunderbird 3 für mich keinen Sinn. Externe Lösungen halte ich weder für elegant noch praktisch.

Deutsches Wörterbuch bei OpenOffice 3.01

Das zusammen mit OpenOffice installierte Wörterbuch stellte mich nicht ganz zufrieden. Zu viele eindeutige Wörter wurden nicht erkannt und als „falsch geschrieben“ markiert. Nachbesserung brachte das Hinzufügen des deutsches Wörterbuchs mit neuer Rechtschreibung über den Extension Manager (Menu-Extras). Als wirkliches problem würde ich das jetzt nicht ansehen.

Nautilus – Der Dateimanager

Menu im Dateimanager

Menu im Dateimanager

Als genial bezeichne ich den Dateimanager in Mint. Von Fall zu Fall ist es nötig Ordner oder Dateien mit Root-Rechten (Administrator) zu öffnen, bearbeiten oder zur Netzwerkfreigabe.

In Kubuntu war es bisher erforderlich sich den Dateimanager über die Konsole als Admin zu öffnen um tätig werden zu können. Sehr praktisch ist das in Mint gelöst. Ein Klick auf die rechte Maustaste bringt das Menü und den Punkt „open as root“ zum Vorschein. Admin-Passwort eingeben und es geht mit Rootrechten weiter.

Mit Rootrechten geöffnete Ordner werden dadurch kenntlich gemacht, dass der Hintergrund farblich unterlegt ist. So kann es auch nicht passieren, dass man das Dateimanager-Fenster verwechselt und versehentlich etwas löscht.

Auch hier ist Mint Ubuntu um einen großen Entwicklungsschritt voraus. Es sind manchmal nur Kleinigkeiten die den Unterschied ausmachen, aber eben entscheidene Kleinigkeiten hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit.

Linux Mint begeistert mich in vollem Umfang und ich bin mir sicher noch nicht alles entdeckt zu haben, was sich unter der Haube so befindet. Für trotzdem auftauchende Fragen kann man sich im deutschen Linux-Mint-Forum mit anderen Nutzern austauschen.

Dass Mint den „großen Bruder“ Ubuntu eines Tages auf der Beliebtheitskala überholen wird ist nicht ausgeschlossen.