Friedhof Krughütte Saarbrücken

Wenn ich sagen wir mal 20 oder 25 Jahre zurück gehe, da war der Friedhof – der Ort für die Ewigkeit – einfach „nur ein Begriff“ dem man eher weniger Beachtung geschenkt hat. Zum einen weil das Thema Leben und Tod ohnehin in unserer Gesellschaft oft nur hinter vorgehaltener Hand angesprochen wird wenn überhaupt. Zum anderen ist man in jüngeren Jahren mit dem Thema Sterben nicht so wirklich ernsthaft beschäftigt, man macht sich darüber keinen Kopf wie es so schön heißt. Und das war zu diesem Zeitpunkt auch gut so. Der Gang zum Friedhof ist eher negativ behaftet, negativ jetzt im Sinne von einem „unguten Gefühl“. Aber das leben ändert sich und hält manchmal Dinge bereit, an die man als junger Mensch nie und nimmer gedacht hatte.

Der letzte Ort eines Lebens – der Ort für die Ewigkeit

Aus meiner heutigen Sichtweise heraus haben Friedhöfe eine völlig „neue“ Bedeutung bekommen, einen ganz anderen Stellenwert. Ich konnte das als junger Mensch bei anderen nicht verstehen wenn sie über Friedhöfe und allem was darum hinzu gehört sprachen. Man hörte regelrecht weg. Das Thema Friedhof ist inzwischen präsenter denn je wie auch alles was sich um Leben und Tod dreht. Mein Schicksal hat die Sicht- und Denkweisen rund um die Orte der Stille in eine völlig andere Richtung gelenkt. Ja, ich denke so kann ich es ausdrücken. Während einst ein Wegweiser mit der Aufschrift „Friedhof“ am Straßenrand nur rein optisch zur Kenntnis genommen wurde sticht er mir heute sofort ins Auge – egal wo er mir auch begegnet.

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Friedhöfe sind heute nicht nur letzte Ruhestätten sondern auch Orte einer Art von Kontaktaufnahme, Erinnerung an Vergangenes und vieles darüber hinaus mehr. Es wäre von mir geschwindelt wenn ich nicht offen zugeben würde, dass mich in diesen Momenten auch ein durchaus beklemmendes Gefühl beschleicht und zwangsläufig die Erinnerung an die Vergangenheit hervorruft und von einem auf den anderen Augenblick sehr lebendig erscheinen lässt.

Friedhof Krughütte Saarbrücken Ort für die Ewigkeit
Ein Ort für die Ewigkeit

Stünde der Ort meiner persönlichen letzten Ruhestätte nicht bereits längst fest und wäre dahingehend nicht alles schriftlich geregelt, ich hätte einen solchen Ort für die Ewigkeit hier tatsächlich gefunden. Ein schöner Ort, der Friedhof Krughütte der hier quasi gleich um’s Eck gelegen ist. Ein wahrlich sehr alter und auch typischer kleiner Dorffriedhof wie man ihn sich so vorstellt – abgeschieden und ruhig.

Allein seiner geografischen und idyllischen Lage geschuldet kann man hier wirklich von einer Ruhestätte sprechen. Es ist ein Ort an dem ich seit längerem schon sehr gerne einen Moment verweile wenn ich mit meinem Hund meine Runde in diese Richtung drehe. Er ist für mich so ähnlich wie eine Schnittstelle zum doch sehr weit entfernten Friedhof in Hamburg auf dem meine Angie und meine Eltern begraben liegen. Ein Fleckchen Erde mehr oder weniger an dem ich den Dreien auf meine ganz persönliche Art und Weise etwas näher als sonst sein kann.

Und auch die Ruhestätte in Hamburg ist ein wirklich sehr schöner und idyllischer Ort, ein Ort für die Ewigkeit, gar keine Frage. Das alles hört sich für manch einen sicherlich etwas befremdlich an das geb‘ ich gerne zu. Für mich ist es eine gute Stütze um alles Gewesene in irgendeiner Weise zu verarbeiten oder besser ausgedrückt, es weiterhin zu versuchen es irgendwie zu begreifen.

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6 Kommentare zu „Ein schöner Ort für die Ewigkeit“

  1. Ich liebe Friedhöfe schon immer. Und eigentlich würde ich immer gern viel mehr wissen, als das, was auf dem Grabstein steht.
    Komisch: „früher“… ich bin oft umgezogen, als ich selbst erwachsen war, hab ich dann immer geguckt, wo ich beerdigt werden wollte, wenn „jetzt“ was passieren würde. Ganz sicher war ich damals, als ich ein Haus gebaut hatte, dort in Spuckweite war auch ein Friedhof.
    Und gerade aktuell, wo es ja immer wahrscheinlicher wird ;-) wüsste ich es nicht. Muss ich mal für mich für mich klären, war mir noch gar nicht aufgefallen. Aber unser Schiffchen ist existenziell seit (kurz vor) Corona etwas in Schieflage, da hab ich einfach andere Baustellen…
    Darf ich fragen, warum deine Eltern auch in Hamburg begraben sind? Oder ist das deine „richtige“ Heimatstadt, nicht nur die deines Herzens? (sorry, manch,al komme ich halt durcheinander)
    Viele Grüße
    Miki

    1. Es ist immer so, dass man sich um „solche Themen“ gar nicht oder erst sehr spät kümmert. Du bist da kein Einzelfall dessen bin ich mir sicher.

      Klar darfst Du in Sachen Hamburg fragen, ich fasse das alles mal kurz zusammen. 2005 ging ich nach Hamburg. Meine Eltern lebten beide in Augsburg, meiner Geburtsstadt. 2006 verstarb mein Vater. Meine Mutter holten wir im Frühsommer 2010 aus gesundheitlichen und auch Familienanschluss-Gründen nach Hamburg in eine seniorengerechte Neubauwohnung. Im Herbst 2010 musste sie für eine eigentliche Routine-OP ins Krankenhaus und hat dies als Pflegefall wieder verlassen. Im Frühsommer 2012 verstarb meine Mutter nach ihrem Weg über 2 verschiedene Pflegeheime. Noch vor dem Tod meiner Mutter war eine Umbettung meines Vaters im Gespräch, diese vollzogen wir auch noch in 2012. Nun war „die gesamte Familie“ in Hamburg, alles war gut.

      Eben bis zu jenem Schicksal in 2017 welches letztlich auch zu meinem zwangsläufigen Wegzug aus Hamburg führte. Wirklich freiwillig hatte ich diesen Schritt nicht getan und wenn heute einer käme und mir anbietet wieder nordwärts zu gehen, ich bin sofort dabei, gar keine Frage. So, jetzt denke ich hast Du ein klareres Bild von alle dem. Und wenn nicht dann frag. Auch für alles andere gibt es ja die spezielle Abteilung für offene Fragen. Eine angenehme Woche.

      1. Gut, dass man das vorher immer alles gar nicht weiß. Jetzt verstehe ich das natürlich, war etwas durcheinander.
        Hinterher ist man immer schlauer, ich sag dann immer; „alles Schicksal“. Wenn deine Mutti noch gelebt hätte, 2017, als Pflegefall (leider gibt es das ja auch), dann hättest du womöglich gar nicht weg gekonnt. Und so sind alle an einem Fleck, hat doch was tröstliches.
        Viel Grüße zu dir…
        und vielleicht weht dich das Schicksal auch wieder in deine Wunschstadt…

  2. Wirklich schöne Friedhöfe mag ich auch sehr gerne, die machen mich melancholisch und führen mal wieder vor Augen, dass irgendwann auch mal Schluss ist. Auch wenn ich selbst vielleicht eingeäschert werden will.

    Übrigens habe ich auch ein Lied, das ich schon immer mit Friedhöfen assoziiert habe, so merkwürdig das klingt. „Dust in the wind“ von Boston.

  3. Ich muss immer an meinen Schwiegervater denken, wenn meine Frau und ich unseren hiesigen Dorffriedhof besuchen. Der mochte Friedhöfe nicht und sagte immer: „Da geh ich nicht hin, da lieg ich noch lang genug“. Er ist leider schon 1985 mit 69 Jahren gestorben. Es gibt wirklich schöne Friedhöfe. Allerdings sind viele Flächen heutzutage leer, weil die meisten sich entweder einäschern lassen oder es anderswie organisiert haben. Das Bild hier hatte ich kürzlich auf unserem Friedhof gemacht. https://photos.app.goo.gl/QMM65xhWzhaCtcQh9 Solche Orte haben schon was Mystisches.

    1. Ja den Spruch von wegen „…. da liege ich noch lange genug“ den kenne ich auch von verschiedenen Richtungen her. Grundsätzlich ja nicht falsch. Man muss Friedhöfe ja nicht als seinen absoluten Lieblingsort bezeichnen und entsprechend damit umgehen. Dennoch sehe ich es wie Du, manche Friedhöfe haben eben etwas an Mystik das einen in nen gewissen Bann ziehen kann. Das trifft auf das den von Dir hier verlinkten Friedhof definitiv auch zu, danke fürs zeigen!

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